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Oliver Strauch Trio – New York Album

CD Medien 02. November 2010 - 20:36 UHR 0 Kommentare

Oliver Strauch Trio New York AlbumNew York ist mit Sicherheit eine Jazzstadt. Und da sind sich viele Musiker einig. Das hat wohl auch den Schlagzeuger Oliver Strauch dazu inspiriert sein Album „New York Album“ zu nennen. Mit seinem Trio Kenny Werner am Piano sowie Matt Penman am Bass hat er sechs Songs eingespielt. Erschienen ist das Album bei Label JAZZ’n’ARTS.

Das Ergebnis, ein schönes Jazzalbum mit interessant arrangierten Songs. Und auch wenn lediglich „Brooklyn Mystery Suite“ eine Eigenproduktion darstellt, so sind alle Songs auf diesem Album schön beim anhören. Ruhig und getragen von einer ganz schönen Atmosphäre. So kommt auch der Song „I Loves You Porgy“ wunderschön herüber. Auch wenn es sich hier um klassisches Jazztrio handelt, überzeugt dieses Trio gerade durch die starke Persönlichkeit und Individualität, welche jeder der drei Musiker mit sich bringt. Das Zusammenspiel im Trio harmoniert und so wirken auch die jeweiligen Solis frisch und kreativ.

Hörbeispiele findet man im iTunes Store erhältlich ist das Album bei amazon.de.

Interview Oliver Strauch

Dieses Interview wurde jazzdrummerworld.com von JAZZ’n’ARTS freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Nach zwei Oliver Strauch’s Groovin‘ High-Alben featuring Randy Brecker, eine davon im Studio, die andere live aufgenommen, hast du eine CD mit Kenny Werner (piano) und Matt Penman (bass) in New York eingespielt. Die Wahl des Ortes und der Besetzung lassen eine „Herzenssache“ vermuten?

Oliver Strauch: Das stimmt. Es war ein großer Wunsch von mir, genau in dieser Stadt und mit dieser Formation eine eigene Produktion zu verwirklichen. In einer Phase der Orientierung würde ich sagen. Die Vorbereitungen in Richtung Jazzprofessur, die Konzerte mit Groovin‘ High und die für mich so wichtige Weiterentwicklung der Künstlergruppe Die Redner haben eine ungeheure Präsenz angenommen. Ich wollte mich in dieser Phase in improvisierten Jazz fallen lassen und zwar aus dem einfachen Grund: Es macht mich glücklich! Ich hoffe andere auch.

Das Album wurde im System Two Recording Studio Brooklyn am 23. Februar 2009 aufgenommen. Warum fiel deine Wahl auf dieses Studio und würdest du bitte diesen Tag näher beschreiben?

OS: Johannes Weidenmüller,der übrigens auf unserer CD Release-Tour im Herbst für Matt einspringt, hat mir dieses Studio empfohlen. Kenny war auch ganz angetan besonders wegen des wunderbaren Steinway- Flügels,der früher in der Carnegie Hall stand und auf dem schon Alfred Brendel und Daniel Barenboim gespielt haben. Ausschlaggebend war aber vor allem, dass ich diesen besonderen „New York-Sound“ gesucht habe, groß und akustisch, in einer Tradition von Aufnahmen die uns alle so geprägt haben. Es existiert dort der Anspruch, zuerst dem Klang nachzuspüren.

Erst danach kümmern sich die Techniker um den Sound. Ich selber wurde mit langen Soundchecks überhaubt nicht belastet. Mein Job war es hochkonzentriert und kreativ zu sein, deren Job einen tollen Sound zu schaffen. So ist das Verständniss dort.

Joe Marciano,der Sound Engineer, ein Meister des Klanges, hat mit vielen bedeutenden Musikern gearbeitet. Er weiß einfach Bescheid. Sein Soundcheck hat so funktioniert: Er stellte sich neben mich und bat mich, etwas zu spielen. Dann bedankt er sich und kannte genau meine Ästhetik. Phänomenal.

Mit dem Gesamtsound sind Kenny, Matt und ich sehr glücklich. Ich habe noch niemals unter solch professionellen Bedingungen aufgenommen. Klar ist aber auch: Die Session ist begrenzt. Man weiß, dass man unter einem enormen Druck steht. Genau dieser Druck macht alles so aufregend und paradoxerweise so einfach.

Was macht für dich die herausragende Qualität Kenny Werners aus, den du als einen deiner Lieblingspianisten bezeichnest?

OS: Er ist sicher ein Musicians Musician, einer der ganz großen und die Kollegen wissen das. Jetzt wird es Zeit, dass auch noch mehr Hörer dem Spirit Kennys begegnen können. Sein Timbre, besonders bei Balladen, verschlägt mir jedesmal den Atem.

Er spielt sehr risikoreich, seine Höhenflüge sind wirklich einzigartig. Er ist ein Virtuose und spielt dennoch immer mit der Band zusammen. Außerdem schafft er es, jeden Musiker noch besser klingen zu lassen. In unserer Version von „I loves you Porgy“ ist Kenny meines Erachtens eine Sternstunde des Albums gelungen.

Gerade in Zusammenhang mit New York wird oft vom „Sound der Stadt“ gesprochen. Wie hast du ihn wahrgenommen?

OS: Das ist in meinen Ohren vor allem der Sound meiner Helden: Miles, Trane, Bird, Bill Evans. Das ist alles dort entstanden- die Synergie von Stadt und Musik ist natürlich ein Mythos.
Es ist meine persönliche Beziehung und Liebe zu der Stadt, in der dieser Klang entstanden ist. „Personal History“ wäre auch ein guter Titel gewesen aber ich wollte unbedingt das es mein „New York Album“ wird. Als deutscher Musiker dort einmal aufgenommen zu haben, war für mich nicht besonders reizvoll. Ich wollte einer lebenslangen Liebe Ausdruck verleihen.

Mit Brooklyn Mystery Suite ist auch eine Eigenkomposition auf dem Album. Ist sie spontan vor Ort entstanden und was soll sie „wiedergeben“?

OS: Es ist viel im Trio-Kontext entstanden. Ich führte das Thema ein und dann entstand ein Stück Improvisation, bei der niemand wusste, wohin die Reise ging. Mich hat interessiert, wie wir drei klingen, wenn wir offen spielen, assoziativ im freien Fall – mit Kenny und Matt ist dies ein riesiges Privileg. Die Stimmung von „Brooklyn Mysterie Suite“ hat für mich alles eingefangen, was mich persönlich an diesem Tag bewegte: die Leichtigkeit und Tiefe der Stadt, die Taxifahrt über den Hudson nach Brooklyn mit diesen kleinen und großen Geheimnissen in jedem Hof und in jeder Skyline. Übrigens findet sich in dieser Komposition viel Europa wieder – auch das Augenzwinkern und Selbstwertgefühl eines deutschen Jazzmusikers.

Die weiteren fünf Stücke sind Standards. Hattest du diese Auswahl schon länger getroffen; was machen diese Stücke für dich so besonders?

OS: Ich hatte Kenny vorher Stücke vorgeschlagen. Er wollte fast alles davon spielen. Im Studio sind wir dann dem Spirit gefolgt und haben dann ein richtiges Konzert gespielt. Ein Take nach dem anderen. Keine Second Takes nur First Takes bis auf bei „Easy to Love“. Das Inperfekte ist ein wesentlicher Bestandteil des Jazz, und schon der nächste starke Choruss entsteht aus genau dieser Suche.

Cole Porter und Gershwin sind die großen Geschichtenerzähler der Songs – und wenn schon Cole Porter, dann mit diesen Musikern in dieser Stadt. Das „New York Album“ ist auch und vor allem eine große Verbeugung und ein sehr großes Danke an die Musiker, die mein Leben so verändert haben.

Wie erlebst du die Clubszene in New York? Gibt es für dich den einen herausragenden Liveort?

OS: Ich glaube, dass es auch dort immer schwieriger wird. Der Druck für die dort lebenden Musiker ist enorm hoch. Die Loft-Scene finde ich natürlich immer noch ausgesprochen spannend.Ansonsten ist die herausragende Location für mich immer noch das Village Vanguard, eben weil dieser Ort ungetrübt authentisch rüberkommt. Iridium und Blue Note sind Touristenfallen, aber wenn dort tolle Musiker spielen vergisst man plötzlich alle Spare Ribbs und den Bus mit den Japanern. Ich möchte nichts beschönigen. Hier in Deutschland haben wir viel bessere Möglichkeiten, aber in New York atmet man einen anderen Beat – und der ist einfach unvergleichlich und anders.

Ist es für einen Jazzmusiker unverzichtbar, in New York gewesen zu sein, um den Jazz in seinen Wurzeln zu erspüren und zu begreifen?

OS: Ich fühle mich tief verwurzelt in der europäischen Kultur. Meine Konzertreisen führen mich immer wieder nach Paris, Berlin, Istanbul, das sind wirklich Orte, wo ich das Gefühl von Identität verspüre. In meinen Projekten versuche ich immer mehr, meine eigene Sprache zu entwickeln. Allerdings sind meiner Meinung nach die Zeiten vorbei, in der man die eigene Herkunft wie ein Schild vor sich herträgt. Kultur und Sprache des Jazz sind zu einem bedeutenden Teil in den USA und namentlich mit dem Bebop, dem Modern Jazz, in New York entstanden. Diesen Wurzeln und diesem Sound habe ich nachgespürt und ihn tief eingeatmet.

Was bedeutet für dich Jazz?

OS: Jazz ist Freiheit. Das ist für mich die einzige Antwort. Es ist eine Möglichkeit, sich individuell und eigenständig auszudrücken. Uns es geschieht immer im Moment mit Menschen. Dieser Moment ist das Geheimnis – und er ist unwiederbringlich.

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