Follow Us on Twitter   •   Project by derDrummer.ch   •   Support Us   •   FAQ   •   Links   •   Sonntag 26. Oct 2014
- Anzeige -

Üben – Die Zeit hinter dem Drumset richtig nutzen und weiterkommen

jazzdrummerworld Special 20. Juni 2012 - 08:31 UHR 0 Kommentare
Richtig Üben will gelernt sein. Wer seine Zeit hinter den Drums richtig nutzen und auch vorwärtskommen möchte, sollte seine Übungszeit richtig planen.

Practice

Vor kurzem behandelte ich im Artikel “Wenn plötzlich die Motivation fehlt” die Art und Weise wie man mit Motivationslosigkeit umgehen kann und seine Lust am Spielen wieder erlangt.

Diesmal möchte ich mich dem richtigen Üben widmen. Denn auch hier gibt es so einiges was man beachten kann, damit man erfolgreich üben und somit auch Fortschritte erzielen kann. Die ganze Thematik des Übens ist ziemlich komplex, richtig üben will gelernt sein. Jeder hat so seine Favoriten unter den Drummern. Da fragt man sich dann schnell einmal, “Wie viele Stunden hat der wohl geübt?”. Viele Drummer sagen auch, dass sie sechs bis acht Stunden täglich geübt haben. Wer wirklich so lange übt, muss natürlich planen und diese Zeit sinnvoll nutzen. Es kommt vielmehr auf die Qualität des Übens an als auf die Quantität. Jemand der acht Stunden täglich übt, erzielt vielleicht den gleichen Lernerfolg wie jemand der “nur” zwei bis vier Stunden pro Tag übt. Ich werde hier mal versuchen einige Tipps zum Üben weiterzugeben und in einem zweiten Teil einige Lehrbücher vorstellen, mit welchen man sich lange Zeit beschäftigen kann.

Jojo Mayer Philosophie zum Üben

Für mich persönlich waren sieben Punkte von Jojo Mayer zum Thema Üben äusserst aufschlussreich. Er widmet sich auf seiner DVD “Secret Weapons For The Modern Drummer” Enzyklopädie der Handtechnik (erhältlich bei amazon.de) auch kurz dem Thema Üben. Dazu erwähnt er sieben Punkte bzw. seine Philosophie zum Üben, die man sich als Drummer merken sollte. Wer diese DVD noch nicht besitzt, sollte sich diese unbedingt besorgen, eine DVD welche jeden Drummer weiterbringen wird. Dort erläutert Jojo Mayer dann auch die einzelnen Punkte. Ich werde nur kurz meine Gedanken zu den jeweiligen Punkten weitergeben.

1. Übe für Resultate, nicht für Stunden

Gerade dieser Punkt will genau die Problematik aufzeigen, dass es nichts bringt, wenn ich acht Stunden übe, aber dann keine Resultate erziele bzw. mich durch eine gewisse Routine schleppe und einfach irgendwie meine Zeit absitze. Hier sollte man sich vielmehr ganz klare Ziele setzen und konsequent daran arbeiten. Das braucht Zeit und Ausdauer, aber es lohnt such auf alle Fälle. Wer viele Stunden am Tag übt, muss auch mental stark sein. Lange Übungszeiten erfordern ein gutes planen. Es macht mehr Sinn, wenn ich mir Dinge konkret vornehme, daran konsequent arbeite und so Fortschritte erziele. Wer täglich seine Zeit zum Üben hat, wird so mit Sicherheit vorwärtskommen. Die Zeit welche man zum Üben hat, sollte man sinnvoll nutzen.

2. Übe was du nicht kannst!

Wir Drummer beschäftigen uns sehr gerne auch mit jenen Sachen, welche einfach schon laufen. Das macht natürlich Spass und man fühlt sich einfach gut. Aber wenn man weiterkommen möchte, muss man sich zwangsläufig auch Dingen widmen, welche eben noch nicht rund laufen. Ziel hierbei ist es, Übungen anzugehen, welche noch seine Tücken mit sich bringen. Das braucht sehr viel Disziplin. Denn gerade wenn gewisse Techniken einfach nicht funktionieren, kann man schnell einmal frustriert sein. Aber auch hier gilt: Alles hat seine Zeit. Man muss sich diese Zeit lassen und nicht verzweifeln. Jeder der etwas unglaublich gut beherrscht, war vorhergehend mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Das können sehr viele bestätigen. Frust und Rückschläge gehören mit dazu. Wer sich aber ein Ziel setzt und daran arbeitet wird auch weiterkommen. Es ist ganz normal, dass gewisse Dinge nicht auf Anhieb klappen. Viele erleben das einmal. Einige geben auf und Andere machen weiter trotz Schwierigkeiten die beim Üben eben auftreten.

3. So wie du übst, wirst du auch spielen.

Eine Aussage welche man sich zu Herzen nehmen sollte. Als Drummer entwickelt man einen eigenen Stil, wie man sich an seinem Instrument ausdrückt. Daher sollte man schon beim Üben darauf achten wie es wirkt und daherkommt. Denn diese Sachen prägen sich ein und man entwickelt eine ganz eigene Art wie man mit seinem Instrument kommuniziert.

4. Ich übe nie, ich spiele immer.

Üben sollte man nie als notwendiges Übel ansehen. Schlussendlich möchten auch wir Drummer Musiker sein. Wir wollen uns am Instrument ausdrücken können. Dazu sollten wir die Übungen immer als ein Werkzeug ansehen, womit wir uns später musikalisch besser ausdrücken können.

5. Übe wie wenn dir ein Meister zuhören würde.

Man kann sich beim Üben durchaus selber kontrollieren. Einerseits kann man Spiegel zu Hilfe nehmen, womit man seine Bewegungen beobachten kann oder aber man nimmt sich auf. Das ist heute einfacher den je. Hier kann man dann ganz genau seine Bewegungen studieren und analysieren. Genau so sollte man auch auf seinen Sound hören. Wie hört sich das Ganze an? Wie sehe ich dabei aus? Wie fühle ich mich?

6. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Diese Aussage kennen viele. Man hört es immer wieder. Auch wenn man es schon kennt, es ist einfach so. Will ich etwas schaffen bzw. erbauen, brauche ich Zeit und Energie und nicht zuletzt Disziplin und Durchhaltevermögen. So kann es durchaus vorkommen, dass beim Bau Probleme auftreten. Es verzögert sich alles. Bei uns Drummern sind diese Momente nicht einfach und man hat das Gefühl es herrsche Stillstand. Vielmehr erreicht man seine Grenzen. Doch wer erkennt, dass er nun an seine Grenzen gelangt ist, kann besser darauf reagieren. Ab diesem Zeitpunkt braucht es manchmal viel Zeit, bis es vielleicht weitergeht. Unser Gehirn muss viele Informationen erst einmal verarbeiten. Das braucht Zeit und die sollte man sich auch lassen. Sich nicht verkrampfen und locker bleiben.

7. Übung macht den Meister.

Wird immer wieder gerne gesagt. Wer dranbleibt, sich mit seinem Instrument beschäftigt kommt weiter. Beim Üben geht es darum, Dinge welche nicht laufen, zu entwickeln. Wer technisch an seine Grenzen gerät, wird Wege suchen müssen, um weiterzukommen. Durch wiederholen festigt man die Dinge welche man erarbeitet. Wichtig auch beim Üben, dass man die Dinge langsam und bewusst übt. Auf der Bühne sollte ich nicht üben, sondern nur Dinge spielen, welche ich bereits beherrsche. Auf der Bühne spiele ich und im Übungsraum kann ich nebst dem Spielen auch üben und Dinge erarbeiten. Wenn ich mich mit gewissen Themen wie Stocktechnik oder auch Bassdrum Technik beschäftige, sollte ich immer langsam üben. Die Bewegungsabläufe einprägen und Fehler erkennen. Fehler kann ich nur dann erkennen, wenn ich die Dinge langsam üben. Hier kristallisiert sich heraus, was mich bremst. Ich kann Schwieriges analysieren. Alles was ich übe, basiert auf stetiger Wiederholung. Man muss sich lange Zeit gewissen Dingen widmen und diese immer und immer wieder wiederholen. Das kann für viele sehr schnell einmal monoton werden und man fragt sich oft auch was das für einen Sinn ergeben soll. Aber beim Üben sollte man sich genau auf die Schwierigkeiten und Probleme konzentrieren. Langsam üben und genau beobachten.

Das Üben bedeutet immer eine tiefgreifende Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst; ein Prozess, bei dem es nur noch ihn und die zu übende Fähigkeit gibt. Otto Friedrich Bollnow – Vom Geist des Übens; Verlag Rolf Kugler (Vom Geist des Übens. Eine Rückbesinnung auf elementare didaktische Erfahrungen – amazon.de) – Vom Geist des Übens – otto-friedrich-bollnow.de

Üben mit Spass

Gut, das Üben kann sicherlich auch sehr anstrengend und nervenaufreibend sein. Viele Musiker bezeichnen das Üben nicht gerade als die schönste Zeit. Ist man doch oftmals mit vielen Problemen konfrontiert. Dennoch Üben sollte Spass und Freude bereiten. Es wird immer wieder Tage geben, wo der Frust mehr im Vordergrund steht als der Spass und die Freude. Es gibt nun mal die “Magic” Tage und dann jene welche man erst gar nicht haben möchte. Damit das Üben auch Spass macht gibt es so einige Punkte welche man beachten kann, damit Dinge gegeben sind, welche einem Freude am Üben geben, auch wenn nicht alles rund läuft.

Übungsraum

Drummer haben meistens einen Platz im Keller. Das Instrument ist oftmals zu laut und man kann nicht einfach so mal in der Wohnung üben. Wer auf einem akustischem Drumset übt, wird sich einen Raum suchen bzw. schaffen müssen um konzentriert üben zu können. Wichtig hierbei ist es, dass man sich wirklich 100% auf die Übungszeit konzentrieren kann und nicht abgelenkt wird.

In Zeiten von iPhone oder sonstigen Smartphones, Notebooks, Internet usw. ist es gar nicht so einfach sich abzugrenzen. Dennoch sollte man die Zeit so nutzen, dass man sich Störquellen entledigt. Bei Telefon und Internet heisst das, dass man diese abschaltet und sich so auf sein Instrument konzentriert. Man wird schon nichts verpassen.

Ausserdem sollte man sich einen Raum schaffen, wo man sich wohl fühlt. Wohin man einfach gerne geht und nicht immer denkt: “Nicht schon wieder in diesen Raum!”. Am Besten man sucht sich einen Raum, wo man sich wohl fühlt und wo man ungestört üben kann. Für viele ist es auch wichtig zu wissen, dass man Niemanden stört. Wer im Hinterkopf immer weiss, dass er da jemanden stört, wird einfach nicht frei üben können. Man ist gehemmt und wagt sich nicht so richtig Gas zu geben und auch Neues auszuprobieren.

Der Raum sollte auch eine Atmosphäre besitzen wo man sich grundsätzlich wohl fühlt. Das heisst gute Lichtquellen. Hier kann jeder für sich selber das schaffen, was er braucht. Sei es sehr gut beleuchtet oder mehr eine Konzertatmosphäre schaffen. Auch akustisch sollte man schauen, dass man das optimale aus dem Raum rausholen kann. Je nach dem sollte man sich Dämpfungsmaterial anschaffen. Beispielsweise Schallabsorber aus Schaumstoff, wie sie diese die Firma SONATECH anbietet.

Übungszeit

Hier sollte man sich einfach eine Zeit festlegen bzw. einplanen wann man üben möchte. Wer täglich zur gleichen Zeit üben geht, schafft sich so eine Routine und plant diese Zeit bewusst mit ein. Hier sollte man sich auch Zeiten auswählen, wo man weiss, dass man sich auch konzentrieren kann. Es bringt nichts, wenn ich nach einem harten Tag mich noch einige Zeit in meinen Übungsraum begebe und irgendetwas noch versuche zu üben, aber mich gar nicht mehr konzentrieren kann und möchte.

Drumset/Instrument

Ein gutes Instrument bzw. gutes Equipment ist ebenfalls etwas was dazu beiträgt das man gerne übt. Wer ein Drumset hat, welches gut klingt und nicht gerade auseinander fällt, verbringt so auch gerne Zeit mit seinem Instrument. Man braucht aber nicht unzählige Becken und Trommeln. Ein gut gestimmtes Drumset (Bassdrum, drei Toms, Snare, Hi-Hat, Crash, Ride) reicht vollkommen aus. Ein gutes Drumset, welches stets spielbereit steht ist von Vorteil, so kann man sich zu der gewohnten Zeit in den Übungsraum begeben und loslegen.

Lehrmaterial

Wenn auch wir heute in der glücklichen Lage sind, dass wir unzählige Lehrmaterialen zur Hand haben, kann das Ganze auch zur Übersättigung führen. Egal wie viel Material man hat, man sollte sich beim Üben nicht zu vielen verschiedenen Lehrmitteln widmen. Sonst verliert man schnell einmal den Überblick und kommt erst recht nicht voran. Wenn ich Jazz lernen möchte, muss ich nebst den Lehrbüchern auch die Musik verstehen, deren Geschichte usw.! Die Musik in mich aufsaugen und verstehen lernen. Das ist mit jeder anderen Stilistik so, welche ich neu lerne möchte. Wenn ich mich einem Thema widme, sollte ich mir auch die Zeit dafür lassen und mich damit beschäftigen. Ich werde dann wie bereits erwähnt, in einem zweiten Teil einige interessante und gute Lehrbücher vorstellen, welche man lange Zeit einsetzen kann.

Eure Ratschläge und Erfahrungen

Wie handhabt ihr das Ganze mit dem Üben? Welche Dinge haben Euch persönlich geholfen und was könnt ihr weitergeben. Über Kommentare und eine Diskussion zu diesem Thema würde ich mich sehr freuen. Benutze einfach die Kommentarfunktion.

Über den Autor

Dave KobrehelDave Kobrehel ist der Gründer von jazzdrummerworld.com. Er arbeitet als freischaffender Drummer bei unterschiedlichen Projekten aus dem Bereich Jazz, Soul, Pop, R&B, Hip-Hop u.a mit. Ausserdem unterrichtet er an der Keep The Beat Schlagzeugschule in Thun. Weitere Informationen findet man unter derDrummer.ch und auch im Backstage Bereich.

0 Kommentare

Artikel kommentieren

JazzDrummerWorld freut sich über Kommentare und ist an einer offenen Diskussion sehr interessiert. Deine Meinung zum Artikel ist wichtig. JazzDrummerWorld behält sich jedoch vor, beleidigende bzw., unangebrachte Kommentare zu löschen!

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder! Gewisse Kommentare werden nicht sofort angezeigt, sondern müssen erst freigeschalten werden. Beachten Sie auch die Nutzungsbedingungen und die FAQ Seite, mit häufig gestellten Fragen.








SUBSCRIBE NEWSLETTER

BUCH TIPP

 Thumbnail

Blue Note – The Finest in Jazz


Zum 75. Geburtstag des legendären Blue Note Labels gibt es auch ein schönes Buch zu deren... Mehr lesen »

INSTAGRAM

WORKSHOP

 Thumbnail

Warm-Ups für Drummer


Bevor man sich am Set so richtig austobt und mit dem üben beginnt, sollte man sich aufwärmen. Warm-Ups helfen... Mehr lesen »

SUPPORT US

  • JazzDrummerWorld ist ein kostenloses Drummermagazin welches über aktuelle Themen aus dem Drum Bereich berichtet. Zudem ist es auch ein umfangreiches Musikmagazin. Das Magazin wird durch Dave Kobrehel betrieben.

    Wenn Sie das Magazin gerne unterstützen möchten, finden Sie alle weiteren Informationen dazu hier und im Backstage Bereich.

  • JazzDrummerWorld RSS Feed abonnierenUp to Date with Twitter, Facebook or RSS FeedFan werden bei FacebookSpotify

AKTUELLE NEWS

Agner Swiss Drumsticks   Puresound   Evans Drumheads   Anatolian Cymbals   Schlagwerk Percussion   audio protect ag   DRUMS ONLY Zürich