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Interview Sascha Kaisler

Interviews 24. Juli 2009 - 08:25 UHR 0 Kommentare
Der deutsche Schlagzeuger Sascha Kaisler studierte an der ehemaligen ACM (Academy of Contemporary Music) in Zürich. Als vielseitiger Schlagzeuger ist er mit unterschiedlichen Bands unterwegs. Von Ihm stammt auch die Lehr-DVD Kreative Drumfills – the tools for getting creative zum Thema Fill In’s. Wir sprachen mit Sascha über seine Projekte, das Leben als Musiker und vieles mehr.

Sascha Kaisler Front

JDW: Sascha, wenn sich auf deiner Website umschaut findet man viele interessante Sachen unter anderem auch die Bands/Projekte mit welchen du spielst. Das sind so einige. Was sind zur Zeit vor allem deine aktuellen Bands/Projekte welche laufen?

Sascha Kaisler: Da wäre zum einen “Acoustical South” aus dem Süden Deutschlands, mit denen ich vor ca. 1 Jahr die aktuelle Scheibe “Lost” veröffentlicht habe. Übrigens gerade per Bellaphon wiederveröffentlicht und nun endlich überall erhältlich. Zum anderen bin ich viel mit Renée Walker, einer amerikanischen Sängerin, im Mannheimer Raum unterwegs. Es gibt noch andere Aushilfsjobs hier und da und auch noch weitere Anfragen für Bands, da ist aber noch nichts bestätigt. Außerdem komme ich auch als Clinic und Workshopdrummer rum… Apropos: Ich habe gerade eine einjährige Workshopreihe zum Thema “Kreative Drumfills” im “Drumheads!” Magazin beendet.

JDW: Du unterrichtest auch, unter anderem dann auch an der „Swiss Drum Academy“ in der Schweiz. Kannst du darüber mehr erzählen und darüber wo du noch unterrichtest?

SK: Vor allem an meiner eigenen Schule, der “Creative Drumschool”. Aber auch an einer öffentlichen Jugendmusikschule hier in meiner Gegend. Ich habe schon ziemlich viel in verschiedenen Städten und Ländern unterrichtet. Generell unterrichte ich gerne, so lange das auf Gegenseitigkeit beruht… An der “Swiss Drum Academy” werde ich die “Drumstyles” als Workshop für alle Studenten in einer Gruppe unterrichten und wahrscheinlich auch Einzeluntzerricht geben, mal sehen. Die “Swiss Drum Academy” ist sehr gut angelaufen und startet gerade in den ersten Profistudiengang voll durch. Wer noch nicht da ist, sollte sich auf jeden Fall für den nächsten Kurs bereit halten!

Sascha Kaisler

JDW: Lass uns doch gleich mal auch über deine DVD reden. Von dir gibt es ja eine Lehr-DVD, welche sich “Kreative Drumfills” nennt. Was steckt hinter dieser DVD und was ist dir vor allem wichtig bei dieser DVD bzw. was möchtest du damit vermitteln?

SK: Darauf bin ich durch meinen Unterricht gekommen. Viele Schüler, die u.a. auch vorher bei anderen Lehrern waren, kamen zu mir weil sie mal ein paar neue Fills spielen wollten. Das ist aber so eine Sache… Etwas Note für Note nachspielen ist ja nicht gleichbedeutend mit “guten” Fills. Also etwas Kreatives, bzw. Eigenes für jeden Spieler im für jeden machbaren Schwierigkeitsgrad wäre die Lösung. Am Besten natürlich ohne Noten… Dann wäre es für jeden zugänglich. So bin ich auf das Konzept “Kreative Drumfills” gekommen. Auf der DVD komme ich dafür auch komplett ohne Noten aus. Die Idee ist simpel: Anhand eines Grooves werden die Schläge zwischen BD und Snare genommen und nach und nach einfach als Fill über´s Set gespielt. Zuerst ganz easy nur mit den Händen, dann mal die Füße, mal die Pausen ausfüllen, ein paar durchlaufenden Noten einbauen, hier und da ein Flam und ein paar Doublestrokes. Werden diese Sachen auf verschiedenen Toms und Becken gespielt kann man verschiedene Effekte erzielen. Außerdem kann ich meine technischen Fähigkeiten so in Musik umsetzen wie es mir gefällt. Schlussendlich soll es einfach geil klingen. Und das funktioniert! Hört euch das Drumsolo (“Showtime”) aus einem einzigen Fill, bzw. Groove hier auf der Seite an und ihr werdet verstehen was ich meine!

Sascha Kaisler

JDW: Wie siehst du das Musikbusiness heute? Ist es schwieriger an gute Jobs zu kommen als früher? Muss man als Musiker heute Dinge anders machen, bzw. worauf kommt es an, wenn man von der Musik leben möchte?

SK: Also auf der Suche nach guten Jobs bin ich auch… wo gibt´s die, ha ha :-) ? Das kommt darauf an. Wenn du als “gut” den Verdienst bezeichnest aber du bei Schlagermucke das Kotzen bekommst ist es wohl kein guter Job… Legst du Wert auf Freundschaft und die Kohle ist nicht so wichtig? Spielst du Gigs auf großen Bühnen bist aber mit dem Bandleader unglücklich kann man auch nicht von einem guten Job sprechen, oder? Der Traum wäre geile Mucke, gutes Geld verdienen, einen Haufen Freunde in der Band, eine CD die sich super verkauft und Konzerte bis zum Abwinken, die gut besucht sind. Aber finde das mal…
Wenn du als Musiker überleben willst musst du flexibel sein, so habe ich das bisher erfahren. Du solltest dich auch mit HP, Werbung, Aufnahmen und alle Sachen, die in deinen Aufgabenbereich fallen auskennen. Besser alleine machen als jedesmal einen Haufen Geld ausgeben, oder? Ansonsten einfach kein Arschloch sein! Wer will schon mit so jemandem im Tourbus sitzen oder auf der Bühne ein gutes Gefühl entwickeln… Glaub mir, ich habe schon jeden Penner dieser Erde getroffen…

JDW: Wie sieht dein Equipment aus, welche Produkte verwendest du und wie wichtig ist für dich das Equipment?

SK: Ich spiele Pearl Drums, vor allem das neue Vision VBX und das Masters MMP in Diamond Burst Lackierung. Das sind Drums aus unetrschiedlichen Preisklassen aber jede Trommel ist ihr Geld wert! Diese Dinger klingen super!! Außerdem Zildjian Becken, allen voran A-Custom, ZHT und Pitch Black, meine kleinen Lieblinge. Zusammen mit dem Schwarz-Blauen Vision Set sehen die schwarzen Pitch Black auf der Bühne einfach Hammer aus. Dann meine Ice-Stix Sascha Kaisler Signature Modell in weißer Lackierung. Ein echter Hingucker und sehr ausgewogener Stock. Und seit neuestem Audix Mikrofone. Das hat sich durch den Drumheads! Workshop ergeben und war meine erste Wahl wenn´s um Mikes geht. Da gibt´s nix zu rütteln, diese Teile holen das Beste aus eueren Drums im Studio raus. Außerdem noch Protection Racket Drumcases und Metrophones Kopfhörer. Beides Acessoires, die man gerne auf der Bühne und auf der Strasse hat, da man hier sehr gut versorgt ist. Mit den Fellen von RMV haben meine Trommeln den besten Sound, den sie nur haben können. Checkt sie unbedingt aus!!

Alles zusammen ist das mein Traum Equipment und erleichtert mir das Arbeiten sehr.

Sascha Kaisler

JDW: Oft wird man ja gefragt, wie lange das man am Drumset übt. Entscheidend ist ja auch wie man übt. Wie sieht bei dir das üben aus, wie gestaltest du das? Gibt es Tipps für Drummer, von deiner Seite her, wie man sinnvoll üben kann und auch Fortschritte macht?

SK: Wichtig ist: Richtig Pausen machen! Generell musst du jeweils ein Drittel der Zeit zum Pausieren einberechnen. Sieht so aus: Du übst, sagen wir mal, 6 Min. und machst 2 Minuten Pause. In diesen 2 Minuten speichert dein Gedächtnis das Erlernte ab. Danach geht´s wieder 6 Minuten ran. Es kann auch ein längeres oder kürzeres Zeitintervall sein, das kommt auf die Komplexität des zu Erlernenden ab. Je schwieriger desto kürzer die Zeit. Generell kannst du Üben und Pause machen den ganzen Tag durchziehen, kein Problem. Nur den ganzen Tag am Stück bringt nix! Wenn du dir nur die ersten paar Minuten merken kannst hast du ziemlich viel Zeit vertan. Das ist ganz allgemein als “Üben” zu verstehen. Wenn du “Spielst” wendest du das Gelernte an. Das kann im Proberaum mit Musik oder Live sein. Wenn du genug geübt hast reicht´s auch locker zum Spielen, wenn nicht, musst du wieder ans “Üben” ran. Das hält sich die Waage und befruchtet sich gegenseitig. Und viel mit Musik üben, einfach auch als Click Ersatz. Es muss ja nicht immer Note für Note nachgespielt sein. Ein Stück auf den mp3 Player, per Metronom das Tempo heraus finden und technische Übungen, wie z.B. Paradiddle oder Singlestrokes, dazu üben. Das macht Laune und man spielt solche Abläufe in der Regel viel länger als ohne Musik.

Sascha Kaisler

JDW: Du hast ja an der ACM (Academy of Contemporary Music) in Zürich studiert und auch eine zwei jährige Ausbildung bei der SMPV absolviert. Wie wichtig ist in deinen Augen eine Ausbildung als Schlagzeuger und wie hast du diese Zeit während deiner Ausbildung erlebt?

SK: Um als Profi zu überleben und dich im Wesentlichen auf das Musikerdasein vorzubereiten ist ein Studium eine gute Basis. Wie gesagt, nur eine Basis. Solange du offen für alles bist und die Dinge beim Schopf packst, hast du in deinem Studium die Werkzeuge für dein Weiterkommen in die Hand bekommen. Also würde ich sagen, die Ausbildung ist sehr wichtig. Es eiern genügend Musiker rum, die keine Ahnung von nix haben und denken aber sie hätten welche. Außerdem wird es manchmal einfach verlangt. An einer Musikschule wirst du u.U. nach deinem Diplom gefragt. Hast du keines kannst du dort nicht unterrichten. In meinem Studium wollte ich so viel wie möglich aufsaugen und alles gleich perfekt spielen können….ha, ha. Das hat leider nicht hingehauen, also habe ich weitergeübt und das mache ich auch heute noch so. Perfektion ist das oberste Ziel. Und, wennn´s gerade darum geht, Geschwindigkeit ist nur ein Teil davon… Anyway, ich schweife ab… Die Ausbildung war ansonsten lange und hart. Ich hab´s von vorne bis hinten durchgezogen, habe meinen Abschluss gemacht und gebe heute ein Interview. Ist doch klasse, oder?

Sascha Kaisler

JDW: Wie wichtig ist für dich das Internet heute?

SK: Eigentlich sehr wichtig. Viele Kontakte sind dadurch entstanden und Wendungen, die ich vorher niemals eingeplant hatte. Durch Youtube habe ich Kommentare, Freunde und Kontakte aus der ganzen Welt bekommen. Ich kann mich präsentieren und habe die Welt als Zuschauer, das ist geil. Aber es tummeln sich auch unglaublich viele Penner dort draußen, ist so. Aber das Positive überwiegt.

JDW: Planst du auch weiteres Lehrmaterial für Drummer?

SK: Yep, 2010 wird es wahrscheinlich eine neue DVD geben. Wieso eine DVD, bzw. warum noch eine DVD von mir, da es doch schon so viel Lehrmateriel gibt? Nun, ich habe meine eigene Sicht der Dinge und nicht jeder kommt mit den aktuellen Top DVD´s zurecht, das merke ich an meinen Schülern. Außerdem habe ich durch meinen Unterricht Konzepte zum einfachen Verständnis herausgefunden, die ein Drummer, der DB auf 230 Bpm in seiner Band spielt, vielleicht nicht hat, da er vor allem auf Tour ist und weniger um die Schülerbedürfnisse weiß. Darum! Es gibt geile DVD´s da draußen und meine nächste Scheibe wird ein Knaller. Aber mehr dazu wenn´s soweit ist.

JDW: Was kannst du an die Drummer da draussen mit auf den Weg geben?

SK: Seid gut vorbereitet, bleibt am Üben und habt ein Ziel vor Augen. Ohne Ziel keine Perspektive! Ist euer Ziel der begnadetste Latin Drummer außerhalb Cubas zu werden? Dann los, und zwar jetzt gleich!! Wenn ihr stets verlässlich seid wird sich das früher oder später rumsprechen und ihr werdet auch gute Jobs bekommen. Das kann durchaus mehrere Jahre dauern, denn es müssen die Leute ja erst mal wissen, daß sie in euch einen guten Mann, bzw. Frau gefunden haben. Es gibt immer einen Grund…. Ich habe das selbst so erlebt und das ist das Fundament als Profi. Macht euch Gedanken um eurern Stil. Seid ihr Allround Drummer müsst ihr euch überall auskennen, ihr müsst eine Menge Songs kennen und um viele Stile wissen. Seht ihr euch als Metal Drummer, dann steht dazu. Allerdings müsst ihr eventuell den ein oder anderen bezahlten Reggae Gig absagen, denn das ist nicht euer Stil. Ansonsten haut rein und lasst euch nicht entmutigen. Es gibt immer einen Penner der euch das vermiesen will. Who cares!

In diesem Sinne viele Grüße und viel Erfolg für euch!
Sascha Kaisler

JDW: Danke Sascha für dieses Interview. Wir wünschen dir viel Erfolg!

Weiterführende Links
Sascha Kaisler Website
Swiss Drum Academy
DrumHeads! Magazin

Copyright © Photos by Sascha Kaisler

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