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Interview Nils Schröder

Interviews 11. November 2008 - 09:28 UHR 0 Kommentare
jazzdrummerworld konnte ein Interview mit Nils Schröder – Der Trommelstimmer führen. Nils Schröder ist besonders bekannt durch sein Buch „Drum Tuning – Der Weg zum Traumsound“, wo er über das Drum Tuning schreibt, und wie man das Stimmen erlernen kann und welche Möglichkeiten für Drummer bereitstehen. Im Interview sprach jazzdrummerworld mit Ihm über sein Buch, seine Tätigkeit als Trommelstimmer und vieles mehr…

Der Trommelstimmer

JDW: Nils, du bist unter anderem als „Der Trommelstimmer“ bekannt. Kennst dich sehr gut mit dem „Drum Tuning“ aus und hast dazu auch ein sehr umfassendes Buch geschrieben mit dem Titel „Drum Tuning“. Wie sieht deine Tätigkeit in diesem Bereich aus?

Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei der Lehre. Ich mache unterschiedliche Arten von Workshops, die sich nach Zahl der Teilnehmer, Dauer und inhaltlichem Schwerpunkt unterscheiden, aber auch Stimmservice für Schlagzeuger und Einzelunterricht im Stimmen.

JDW: Du hast dich ja sehr intensiv mit dem Thema Schlagzeug Sound auseinander gesetzt. Wie bist du eigentlich dazu gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen, dich so intensiv mit dem ganzen Drum Tuning zu beschäftigen?

Als 1984 ich anfing Schlagzeug zu spielen, waren Supertramp meine Helden. Ich wollte unbedingt, dass meine Trommeln so klingen, wie die von Bob Siebenberg und so fing ich an zu schrauben. Es dauerte nicht lange, da liehen sich befreundete Trommler von meiner Schule meine Snare für ihre Gigs. Später habe ich Elektrotechnik studiert und meinen Schwerpunkt bei der Verarbeitung akustischer Signale gesetzt. Da bekommt man einiges über die Physik der Klangentstehung mit. Schliesslich habe ich irgendwann mal die Werke der Stimmpioniere Manni von Bohr und J. Scott Johnson in die Finger bekommen, was mich wieder einen Schritt weiter brachte. Aber ich habs gern sehr systematisch und so habe ich selbst begonnen, Feldforschung zu betreiben.

JDW: Dann wollen wir doch auch einmal auf dein Buch „Drum Tuning“ zu sprechen kommen. Es ist ja ein sehr umfassendes Werk, welches sich mit dem Schlagzeug und dem Stimmen der Drums beschäftigt. Wie kam die Idee zu solch einem Buch, und was ist bei deinem Buch anders, als bei anderen Büchern, welche sich mit dem Stimmen der Drums beschäftigen?

Irgendwann kam mir die Idee, etwas Geld mit dem ganzen Aufwand zu verdienen, den ich in das Stimmen hineingesteckt hatte. Ich wollte Workshops geben. Ich habe also testweise einige Workshops gegeben und dachte, dass man den Teilnehmern etwas schriftliches mitgeben sollte, damit sie mehr mit nach Hause nehmen können, als das Gedächtnis auf einmal fassen kann. Nur ein paar A4-Blätter sollten es sein. Als ich aber anfing alles aufzuschreiben, konnte ich das Thema nicht einfach so verkürzen, dass es bei wenigen Seiten blieb. So kam es zu der Buchidee. Zur Musikmesse 2007 bin ich dann mit dem halbfertigen Rohskript angereist und bin ganz naiv zu den Ständen der Fachverlage gegangen und hab es dort abgegeben und gelegentlich mit jemandem gesprochen. Drei Monate später hatte ich einen Autorenvertrag und noch viel Arbeit vor mir.

Ich habe die Stimmtechnik für das Schlagzeug in drei einfachen Prinzipien zusammengefasst:

1. Das Gehör ist das wichtigste Werkzeug beim Stimmen.
2. Jedes Fell muss rundherum gleichmäßig gestimmt sein.
3. Das tonale Verhältnis zwischen Schlag- und Resonanzfell bestimmt den Klangcharakter. (Klangzonenmodell)

Weil das Gehör so wichtig ist, geht es beim Lernprozess im wesentlichen darum, dieses zu trainieren. Deshalb sind einerseits alle Schritte sehr detailliert aufgeschrieben und immer erläutert worauf es ankommt. Der größere Unterschied ist aber, dass eine CD dabei, auf der der gesamte Stimmvorgang nochmals erläutert wird und vor allem, in allen Einzelheiten genau zu hören ist, damit das Buch kein toter Text bleibt, sondern der Leser unmittelbar hören kann, wovon da gerade die Rede ist.

JDW: Das Thema „Drum Tuning“ ist unter Drummern nach wie vor ein heisses Thema und es gibt viele, welche sich schwer tun mit dem Drum Tuning. Wo liegt deiner Meinung nach der Fehler bzw. wieso haben so viele Drummer doch eher Mühe mit dem Stimmen der Drums?

Das Stimmen so zu erlernen, dass man es beherrscht, erfordert genau so Zeit und Konzentration, wie das Spielen zu erlernen. Es wird aber, wenn überhaupt, im normalen Schlagzeugunterricht meistens nur sehr stiefmütterlich behandelt. Dass der Raum einen großen Einfluss auf den Klang hat, wissen die meisten Musiker zwar aus Erfahrung, aber der Umgang mit unterschiedlichen Umgebungen wie Bühne, Studio und Übungsraum wird selten systematisch unterrichtet. Daher gibt es auch viele Legenden und Halbwissen in diesem Bereich, das auch noch mit dem Marketinggeläut der Schlagzeughersteller angereichert ist.

JDW: Zu deinen Dienstleistungen gehört es auch, Workshops anzubieten, wo du das Thema Drum Tuning beleuchtest, aber du gibst auch Kurse rund um das Thema „Drum Tuning“. Hast du hier viele Nachfragen?

Seit mein Buch auf dem Markt ist, bekomme ich öffentliche Aufmerksamkeit, die es ohne das Buch nicht gab. Deshalb ist die Nachfrage deutlich gestiegen, worüber ich sehr glücklich bin.

JDW: Wie sieht deine Tätigkeit als Musiker aus? Wo überall bist du mit dabei und wo hast du schon mitgewirkt?

Im Laufe der 24 Jahre, die ich jetzt schon spiele, habe ich in so vielen Bands gespielt, dass ich sie nicht alle aufzählen kann. Es war von Funk, Rock und Metal über Tanz- und Showband und undefiniertes alle mögliche dabei. Ich spiele zur Zeit in zwei Bands Schlagzeug. Eine ist die Band meiner Gemeinde C3 in Bremen. Sie heisst Connected und es macht mir viel Spaß dabei zu sein. Vor ca. 1 ½ Jahren hat man mir sogar die musikalische Leitung anvertraut. Ausserdem spiele ich noch bei der Band Schilll (ja richtig, 3 „l“) mit der wir Chill-In Musik spielen. Was das im Detail heisst finden wir selbst gerade noch heraus. Ich spiele in den meisten Stücken sehr klar strukturierte, teils minimalistische oder loopartige Beats und arbeite stark mit dem Sound der Trommeln. Dabei setze z.B. ich zwei völlig unterschiedliche Bassdrums ein. Insgesamt ist die Musik konzeptionell geprägt, die Stücke stehen nicht einzeln nebeneinander, sondern inhaltlich in Beziehung zueinander. Das Ziel ist, den Zuhörern eine Begegnung mit Gott zu ermöglichen.

JDW: Was empfiehlst du Drummern noch, welche sich mit dem Stimmen der Drums schwer tun?

Schliess Dich mit dem Set in einem Raum für ein paar Stunden ein und probiere systematisch aus, was die Trommeln so können. Lerne, deinem eigenen Urteil zu trauen.

JDW: Man kann dich auch buchen, wo du dann dein Wissen anbietest und so den Drummern beim Thema Stimmen mit Rat und tat zur Seite stehst. Bekommst du auch anfragen ausserhalb von Deutschland?

Bisher ist meine Arbeit auf den deutschsprachigen Raum beschränkt. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass das Buch nicht in anderen Sprachen verfügbar ist. Aber es würde mich schon reizen, im Ausland zu arbeiten.

JDW: In deinem Buch hast du auch einige Stimmhilfen angesprochen, welche heute auf dem Markt erhältlich sind. Gitarristen und Bassisten haben auch ihre Stimmhilfen und Drummern, müssen doch ganz anders an die Sache heran. Gibt es dennoch Stimmhilfen auf dem Markt, welche aus deiner Sicht was bringen bzw. das Stimmen vereinfachen? Wie siehst du das?

Es gibt Werkzeuge, die in Situationen helfen, wo differenziertes Hören nicht möglich ist, z.B. hinter einer Festivalbühne. Wenn ich dann die gewünschte Stimmung nach einer Skala einstellen kann, ist das ein Vorteil. Auch wenn man beispielsweise als Drumtech immer wieder identische Stimmungen reproduzieren muss, kann so eine Stimmhilfe viel Wert sein.
Aber alle Werkzeuge haben ein wichtiges Manko: sie beantworten die Frage nicht, wie man eigentlich klingen will oder welche Werte man einstellen muss, um einen bestimmten Klang zu erreichen.

JDW: Gibt es abschliessendes was du gerne der Drummer mitgeben möchtest?

Du musst Dich entscheiden, ob Du Dich als Schlagzeuger oder als Musiker siehst. Der Schlagzeuger sieht sein Instrument und auch sich selbst gern im Zentrum. Er neigt dazu, mehr zu spielen als die Musik braucht und hat wenig Verständnis für Kritik. Der Musiker dagegen steht im Dienst der Musik, er dient zuerst dem Publikum und dann auch den Mitmusikern. Er hat erkannt, dass weniger oft mehr ist und er selbst nicht der Mittelpunkt. Er tut alles, um dem Publikum das Optimum zu liefern.
Ich behaupte sogar: Wer gut klingt, kann sich erlauben weniger zu können. In jedem Fall gehört ein guter Klang zum kompletten Musiker.

Drum Tuning - Der Weg zum TraumsoundDas Buch „Drum Tuning“ gibt dem Drummer einen Einblick in das Stimmen der Drums. Anhand von Bildern und ausführlicher Erläuterung zu den jeweiligen Stimmtechniken, wird das ganze Schritt für Schritt erklärt und gezeigt, wie man den optimalen Sound aus den Drums herausholt. Die mitgelieferte CD, hilft zudem, dass man die einzelnen Schritte des Stimmens, auch hörbar wahrnimmt und so einen noch besseren Eindruck davon bekommt, was der Autor zeigen möchte. Lesen Sie dazu auch die Newsmeldung von jazzdrummerworld.com – „Drum Tuning – Der Weg zum Traumsound“.

Weiterführender Link
Website von Nils Schröder – Der Trommelstimmer

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