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Interview mit Tobias Friedli

Interviews 26. August 2007 - 15:43 UHR 0 Kommentare
Tobias Friedli ist ein aktiver Schlagzeuger aus der Schweiz und ist mitwirkend in verschiedenen Projekten. jazzdrummerworld sprach mit Ihm über seine Tätigkeit als Musiker hier in der Schweiz und über die Situation als Musiker bzw. Schlagzeuger hier in der Schweiz…

JDW: Tobias wie bist du eigentlich zum Schlagzeug spielen gekommen, was fasziniert dich an diesem Instrument und auch an der Jazzmusik?

Tobias Friedli: Ich habe schon im Alter von 10 Jahren begonnen mit dem Schlagzeug spielen. Meine Mutter wollte mich eigentlich zum Saxofon überreden, aber es gab so einen Tag der offenen Tür der Musikschule bei uns, und als das Schlagzeug vorgestellt wurde, war für mich klar dass ich das auch lernen wollte. Und das Schlagzeug blieb für mich über all die Jahre immer interessant. Die Möglichkeiten dieses Instruments scheinen, je länger man spielt, immer grösser zu werden. Für mich ist halt auch die Position in einer Band interessant, es ist so eine Art versteckte Leader-Position, bei der man von hinten die Fäden (vor allem dynamisch) in der Hand hat.

JDW: Du bist doch ziemlich aktiv und in verschiedenen Bands wie “Blue Goat Quartett”, Swiss Jazz Orchestra usw. mit dabei. Wo überall spielst du noch mit und hast du auch ein eigenes Projekt?

TF: Zur Zeit bin ich nur als Sideman tätig. Wobei ich sagen muss das ich gerne mal mein eigenes Projekt in die Hand nehmen würde. Ich spiele im Moment beim Swiss Jazz Orchestra, Till Grünewald’s Phonosource, dem Trio BucherSommerFriedli, und Guinea Pig. Die Band Blue Goat Quartett hat sich leider aufgelöst.

JDW: Du hast an der Jazz School in Bern studiert. Wie siehst du den Stand als Jazzmusiker/drummer in der Schweiz? Ist es nicht schwierig hier in der Schweiz als Musiker zu überleben?

TF: Für mich stimmt die Situation so wie sie ist im Moment eigentlich schon. Ich Unterrichte in Bern am Konservatorium und gebe nebenher Konzerte. Ich kann mich eigentlich nicht beklagen, obwohl es schon immer schwieriger wird an Konzerte in der Schweiz zu kommen. Darum hoffe ich auch mal ausserhalb der Schweiz ein bisschen rumzukommen. Ich war z. B mit dem Trio BucherSommerFriedli zwei Wochen in Deutschland unterwegs, was eine super Erfahrung war.

JDW: In der Schweiz hat der Jazz ja doch eher einen schweren Stand, was denkst du woran mang das wohl liegen? Denkst du das könnte man irgendwie ändern?

TF: Das Angebot in der Schweiz ist halt sehr gross. Es gibt viele Bands, und die meisten Clubs können es sich nicht leisten, jeden Abend ein Konzert veranstalten. Jazz ist im Moment keine selbsttragende Kulturform. Man müsste vor allem mehr junge Leute für den Jazz begeistern können. Dann wird es auch in der Zukunft eine Plattform geben, in der Jazz seinen Platz hat.

JDW: Wie denkst du über die Ausbildung zum Jazzmusiker hier in der Schweiz? Wird der Jazz so nicht auf ein akademisches Niveau gebracht? Verliert die Jazzmusik da nicht an etwas persönlichem?

TF: Ich denke nicht dass die Jazzmusik an Persönlichkeit verliert durch die vielen Hochschulen. Jeder Musiker ist ja immer noch eigen und will das (hoffentlich) auch bleiben. Ich sehe die Ausbildung als Sprungbrett. Nach dem Abschluss kann jeder machen was er will. Die Problematik liegt eher
bei der Anzahl Studenten, die jährlich abschliessen. Es gibt sehr viele Musiker in unserem kleinen Land und das zieht halt nach sich, dass die Existenz als Musiker nicht immer einfach ist.

JDW: Welches Equipment, Drums, Cymbals, Sticks usw., benutzt du hauptsächlich, hast du auch Endorsements und warum gerade diese?

TF: Ich habe mit der Schweizer Firma Giannini Swiss Drums ein Endorsement-Vertrag. Ich finde die Drums super, vor allem kann man wünschen, was man gerne haben möchte. Stöcke spiele zur Zeit Agner, bin aber immer ein bisscheen am ausprobieren. Becken brauche ich ganz verschiedene, je nach Band wechsle ich gern meinen Sound.

JDW: Wie sieht ein Tag bei dir aus, was machst du sonst noch wenn du nicht gerade auf der Bühne bist und spielst. Wie sieht es mit dem üben aus, hast du eine spezielles Konzept?

TF: Ich versuche möglichst regelmässig zu üben, heisst mindestens zwei Stunden am Tag. Leider ist das nicht immer einfach neben dem Unterrichten und den Konzerten. Wenn ich übe, dann versuche ich über längere Zeit beim selben Material. So kann ich den Stoff am besten verarbeiten.

JDW: Welche Musik, ausser Jazz, interessiert dich noch?

TF: Ich bin seit der Jazzschule immer mehr ein bisschen Richtung Funk gerutscht. Z. B. habe ich mich auch beim Üben mit David Garibaldi von Tower of Power beschäftigt. Ich mag aber auch brasilianische Musik. Joyce ist eine meiner lieblings Sängerinnen.

JDW: Was möchtest du in Zukunft musikalisch noch machen bzw. welche Ziele und Pläne verfolgst du?

TF: Wie gesagt möchte ich gerne mehr international tätig sein, ein Ziel das nicht einfach ist, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich möchte auch gerne mal mein eigenes Projekt auf die Beine stellen, zur Zeit bin ich aber leider ein bisschen knapp an Zeit. Aber es eilt für mich auch noch nicht.

JDW: Was kannst du abschliessend Jazzmusikern/drummern in der Schweiz mit auf den Weg geben?

TF: Die Freude an der Musik nicht verlieren. Solange die Freude bleibt ist alles Andere nebensächlich. Das ist ja auch der Grund warum die meisten mit der Musik begonnen haben. Und natürlich üben, üben, üben,….:-)

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