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Interview mit Stefan Schütz

Interviews 26. September 2007 - 15:54 UHR 0 Kommentare

Stefan Schütz NewsUnd wieder einmal erscheint ein Interview bei jazzdrummerworld.com. Diesmal hatte jazzdrummerworld die Gelegenheit ein Interview mit dem Leiter des „drum department“ in Deutschland, Stefan Schütz zu führen. Im Interview sprach Stefan Schütz über sein Buch und über seine Tätigkeit als Dozent am „drum department“.

Vor einger Zeit erschien das Buch „Fundamentale Konzepte für Schlagzeuger“ von Stefan Schütz – jazzdrummerworld berichtete darüber. Stefan Schütz ist Leiter des „drum department“ in Deutschland und ein erfahrener Dozent. Nun hat er seine Erfahrungen als Dozent, die Fragen die täglich Studenten stellen und sein Wissen in einem Buch zusammengefasst. Das Buch ist für jeden Schlagzeuger interessant. Hier werden auch Themen angesprochen über die sich Schlagzeuger eher selten bis gar nie Gedanken machen.

1. Stefan, dein Buch „Fundamentale Konzepte für Schlagzeuger“ ist ein Buch welches sich mit Themen befasst, mit dem sich Schlagzeuger, im Normalfall nicht so ausführlich auseinander setzen bzw. nicht so tiefgründig. Was hat dich dazu bewogen ein solches Buch zu schreiben?

Stefan Schütz: Da kann ich einige Gründe aufzählen: Der erste und wichtigste Grund ist der, dass ich einen großen Teil meines Berufes als Dozent ausführe. Die Ausbildung der jungen Schlagzeuger und die Weiterbildung der etablierten ist eine meiner Hauptaufgaben. Da ich in meinem Alltag mit vielen unterschiedlichen Schlagzeugerinnen und Schlagzeugern zu tun habe, weiß ich ziemlich genau, woran es den meisten von ihnen mangelt. Und genau diesen Mangel will ich beheben. Natürlich kann ich nur demjenigen helfen, der das möchte. Es finden ja nicht alle gut, was ich so erzähle.

Der zweite Grund ist der, die Unterrichtsphilosophie des drum department zu veröffentlichen. Da ich dort Schulleiter bin, habe ich oft mit Fragen zu tun nach dem Motto: Was unterscheidet das drum department von anderen Schulen?“ Hier kann man es nun schwarz auf weiß nachlesen.

Ein weitere Grund ist, dass es bisher nichts Vergleichbares auf dem Markt gibt. Unsere Studenten sind nicht immer so fleißige Protokollanten und oft wollen sie wissen, wo man die Unterrichtsinhalte nachlesen kann.

2. Wie hast du die Themen für dieses Buch zusammengestellt?

ST: Das war ganz einfach, ich habe mich hingesetzt und geschrieben. Mit all den Themen habe ich ja täglich zu tun. Daher war das die einfachste Arbeit an dem Buch. Da ich ein akademisches Studium der Theologie hinter mir habe, fällt mir so etwas auch nicht wirklich schwer.

3. Bei euch im „drum department“ kommen ja auch immer wieder Top Schlagzeuger zu Besuch und geben Workshops usw.! Hast du im Buch „Fundamentale Konzepte für Schlagzeuger“ auch Themen aufgegriffen, welche eben von diesen Top Drummern weitergegeben wurden?

ST: Top Schlagzeuger sind Top Schlagzeuger und meistens keine Top Dozenten. Im Ernst, viele der ganz großartigen Schlagzeuger wenden Konzeptionen an, denen sie sich selbst nicht bewusst sind. Das ist meine Aufgabe und die Aufgabe der anderen Schlagzeuglehrer, diese Konzeptionen zu entdecken. Natürlich gibt es unter den Spitzendrummern auch solche, die gut unterrichten können, aber das ist eher die Ausnahme. Ich bin der Meinung, dass die das auch nicht müssen, denn deren Beruf ist ja, zu spielen und nicht zu unterrichten. Da ist in unserer Branche auch einiges im Argen, denn Top Musiker werden fast immer als Top Lehrer gehandelt, obwohl sie das oft nicht sind. In anderen Branchen ist das völlig unüblich. Die Spieler spielen und die Trainer trainieren und die Lehrer lehren – in der Wirtschaft, in der Wissenschaft, im Sport und sogar in der Politik. Natürlich gibt es Überschneidungen und Multitalente, aber die zu finden, dauert eine Weile. Wenn man unter Lehren allerdings nur versteht, wie man dieses oder jenes Lick spielt, also nur einen rein technischen Ansatz hat, dann können das natürlich Einige. Wenn aber das Konzept des Lehrens tiefer gehen soll, dann wird die Luft schon merklich dünner.

4. Du bist selbst aktiver Musiker und zugleich auch Schulleiter am „drum departement“ in Deutschland. Mit welchen Künstlern hast du schon oder arbeitest du auch aktuell zusammen?

ST: Ich habe Anfang der neunziger viele Tourneen gespielt, u.a. mit Pe Werner, Dieter Falk und anderen namhaften Künstlern. Auch ungefähr 30 CD Produktionen habe ich eingetrommelt. Aber mit der Entscheidung, das drum department zu leiten, habe ich diese Aktivitäten eingeschränkt. Auch wegen meine Familie, mit der ich viel Zeit verbringen will, habe ich andere Prioritäten gesetzt. Ich spiele zwar immer noch live und manchmal auch im Studio, aber nicht mehr so viel wie früher. Im Augenblick spiele ich in zwei Bands fest, ansonsten nur Projekte und einzelne Konzerte.

5. Was denkst du, macht heute einen guten Schlagzeuger aus? Sicher ist ja, dass eine gute Technik von Vorteil ist, gerade heute leben wir Drummer in einer Zeit wo, „das schneller und höher“ oftmals im Vordergrund steht, wo Technik nahezu alles ist, aber dann auch ab und zu die Musik darunter leidet. Was denkst du was für heutige Drummer wichtig ist, damit sie auch etwas erreichen, wenn der Wille da ist?

Was einen guten Schlagzeuger ausmacht, daran scheiden sich bekanntlich die Geister. „das schneller, höher weiter“ Phänomen hat unsere Zunft längst nicht überwunden, im Gegenteil, wir sind da noch mittendrin. Für mich ist ein guter Schlagzeuger jemand, der mit rhythmischer Präzision musikalisch emotionale Ideen umsetzten kann. Egal in welcher Stilrichtung. Für junge Drummer ist eine exzellente Ausbildung wichtig, alleine werden sie es kaum schaffen, denn dazu liegt die Latte zu weit oben.

6. Heute haben wir Drummer eine grosse Auswahl an Literatur und auch DVD’s für Schlagzeug, so das man den Überblick nicht mehr hat. Und gerade für junge Drummer stellt dies oft auch ein Hindernis dar. Welche zeitlose Literatur bzw. Lehrbücher für Drummer kannst du empfehlen?

ST: Mein Buch! Im Ernst, es gibt natürlich viel gute Literatur, die Klassiker kennen die meisten und auch neue Literatur ist oft hervorragend. Was der einzelne erarbeiten sollte, kann ich aber nicht pauschal beantworten, denn jeder hat seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und Zielvorstellungen – daraufhin muss auch die Literaturauswahl erfolgen.

7. Um noch einmal auf dein Buch zurückzukommen. Denkst du Drummer sollten sich intensiver mit solchen Themen und eben auch so tiefgründig mit gewissen Dingen auseinander setzen, wie du dies in deinem Buch machst?

ST: Natürlich. Erst wenn man „versteht“, was man macht, kann man es überzeugend und beeindruckend präsentieren. Wenn die elementaren Themen wie Kreativität, Musikalität und Emotionalität nicht entwickelt sind, bleibt es beim reinen Handwerk. Damit kann man zwar auch seinen Lebensunterhalt verdienen, hat aber mit Musik und Kunst nicht viel gemeinsam. Wer aber über rhythmische Strukturen, mit Hilfe des Schlagzeuges, seine eigenen und andere Emotionen auszudrücken lernt, der wird ein guter und kreativer Musiker. Dadurch wird das Schlagzeugspielen interessanter und auch „besser“, soweit man überhaupt bereit ist, in diesen Kategorien zu denken.

Fundamentale Konzepte für Schlagzeuger Weitere Informationen zum Buch „Fundamentale Konzepte für Schlagzeuger“ findet man hier bei jazzdrummerworld.com und auch auf der Webseite des drum department’s, wo man das Buch auch gleich bestellen kann. jazzdrummerworld hatte die Gelegenheit ein Interview mit Stefan Schütz zu führen, wo er über seine Tätigkeit und über das Buch sprach.

Danke Stefan für dieses interessante Interview. Viel Erfolg mit deinem Buch „Fundamentale Konzepte für Schlagzeuger“

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