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Interview Manuel Lotter

Interviews 16. Mai 2013 - 13:01 UHR 0 Kommentare
Manuel Lotter beeindruckt mit knallhartem Metal Drumming. Mit ordentlich Power ist er auch sonst als Drummer unterwegs und er arbeitet hart daran. JazzDrummerWorld sprach mit dem sympathischen Schlagzeuger über seine Projekte, das Musikbusiness und vieles mehr.

Manuel Lotter© Gregor Witsch

JDW: Manuel erzähl mal über dich als Drummer. Wie hat alles angefangen?

Manuel Lotter: Ziemlich früh sogar. Als ich 2 oder 3 Jahre alt war, habe ich von meinen Eltern eines dieser Mickey Mouse Kinder – Schlagzeuge bekommen. Da drauf hab ich dann in recht frühem Alter schon immer rumgetrommelt. Statt aber die mitgelieferten Plastik Sticks zu verwenden, hab ich dann doch gleich richtige Sticks verwendet und somit gleich mal 2 von diesen Kits zerschlagen (lacht). Weiter gings dann gleich mit professionellem Unterricht – mit 6 Jahren hab ich dann damit angefangen und habe auch zeitgleich bei einem Schülerblasorchester an der Marching Snare getrommelt. Die ersten Schülerbands kamen und so weiter. Da ich unter anderem auch in einer Musikerfamilie aufgewachsen bin, gehört das Trommeln also zu mir, seit dem ich Denken kann. Ich kenne das Leben nicht anders – so ohne Musik und ohne Drums.

JDW: Welche Projekte beschäftigen dich zur Zeit?

ML: Im Moment bin ich natürlich viel mit meinem Hauptprojekt FAREWELL TO ARMS beschäftigt. Unsere Sommer Festival Saison hat angefangen und im Juni drehen wir sogar noch ein Live Musikvideo. Ausserdem bin ich noch Teil eines weitere Progressive Projekts, von dem ich aber noch nicht allzu viel erzählen kann/mag. Ich denke, so gegen Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres wird es da mehr News zu geben.

Und ausserdem mach ich noch paar andere live Sachen. Hab also gut zu tun.

Manuel Lotter Musikmesse

© Zildjian Cymbals Company

JDW: Du arbeitest ziemlich an dir als Drummer/Musiker. Wie gestaltet sich so dein Tag, womit beschäftigst du dich?

ML: Ja klar, ich denke mir einfach immer: wer aufgehört hat besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. Stillstand ist etwas, was ich nie erfahren möchte. Immer nach vorne gehen, nur so wächst man über sich hinaus!

Ich versuche so gut wie jeden Tag zu üben. In intensiven Zeiten sind es an die 4-6 Stunden, an weniger Intensiven minimum 2 Stunden. 14 Stunden waren es auch einmal 2 Wochen lang. Aber ist schon etwas her.

Ich muss natürlich jeden Tag die Songs von F2A spielen, da das teilweise sehr harte Kost ist. Da muss ich in Form bleiben. Ausserdem auch noch Songs der anderen Projekte. Im Moment spiele ich auch viele Songs, bei denen ich denke, sie wären eine grosse Herausforderung für mich, nach bzw. Covere sie.

Ausserdem muss auch jeden Tag Fusstechnik, Handtechnik, Unabhängigkeit und vieles mehr herhalten. Ich bin immer auf der Suche nach Dingen, die ich nicht kann. Wenn sie mich reizen, stürze ich mich dann drauf und greife an. Die Schlagzeug Welt ist so unendlich gross – man hat in seinem ganzen Leben nie aufgehört (dazu)zulernen, und ich versuche da, so viel wie möglich mitzunehmen. Immer besser zu werden, Schwachpunkte auszumerzen etc. Ich könnte hier noch so weit ausholen (lacht), aber ich denke, ihr wisst alle, was ich meine!

JDW: Wie siehst du persönlich das Musikbusiness heute? Was ist in deinen Augen wichtig, wenn man hier Fuss fassen möchte?

ML: Vertraut nicht auf eine einzige Band! Das funktioniert nicht. Fast niemand kann heutzutage nur von einer einzigen Band leben. Dazu ist das Business einfach zu kaputt. Manchmal erzähle ich Leuten, die da nicht so viel wissen, ein paar Stories. Die fallen dann immer gleich vom Glauben ab (lacht).

Wenn jemand von der Musik leben will, muss man umdenken. Man muss sau viel Unterricht geben und Schüler haben, gefragter Studiomusiker sein etc. Es ist sau schwierig, aber: gebt nie auf! Einfach nie! Immer weiterkämpfen. Ich kann auch noch nicht von meinem Schlagzeug alleine leben, muss andere Jobs machen, um mich durchzukämpfen. Aber wer aufgibt, hat schon verloren!

JDW: Du bist vor allem im Metal Bereich zu hause, aber nicht nur. Welche Stile beschäftigen dich auch noch?

Stimmt. Nur Metal wäre mir zu langweilig. Ich liebe ja abgöttisch noch richtig geilen Funk. Aber auch Pop Rock kann es sein. Ich versuch mich grad (da ich eh grad mit dir rede hehe) bisschen in den Jazz reinzuarbeiten. Ich will überall was mitnehmen. Es ist nicht Metal, Rock, Jazz, Hip Hop oder Funk geil – Musik an sich ist geil!

Manuel Lotter

JDW: Wenn man als Drummer vorwärtskommen möchte, ist sicherlich die Auseinandersetzung mit dem Instrument wichtig. Was sollte man noch beachten, damit man auch einen eigenen Stil entwickelt?

ML: Viele verschiedene Musik hören, so viele Einflüsse wie nur möglich sammeln und sich immer treu bleiben. Man sollte auf gar keinen Fall jemanden kopieren – diese Person gibt es schon. Und immer offen für alles sein – nur so findet Fortschritt statt. Wenn man sich denkt, dass man etwas nicht möge, nur weil man es nicht kennt… Denke nicht, das so eine Weiterentwicklung stattfinden kann. Wenn dir etwas an einem Drummer gefällt, zieh dir heraus, was du von ihm lernen kannst. Hier ist das Stichwort: Lernen, nicht kopieren.

Ausserdem natürlich viel spielen, üben und auch Improvisation üben. Freies Spiel, Jam Sessions… Mit so vielen Musikern wie möglich zusammenspielen.

Wenn dir etwas an einem Drummer gefällt, zieh dir heraus, was du von ihm lernen kannst. Hier ist das Stichwort: Lernen, nicht kopieren.

JDW: Auf welche Instrumente setzt du und wie wichtig sind dir persönlich Endorsements?

ML: Bei Endorsements geht es mir persönlich absolut nicht darum, Sachen für weniger Geld oder umsonst zu bekommen. Ich denke, wer so denkt, hat den absolut falschen Ansatz. Es geht hierbei um eine Leidenschaft, die wir alle teilen. Ich steh hinter meinen Marken, die ich endorse und spiele, weil ich in das Produkt, die Firma und die Seele, die darinsteckt, glaube und für mich am besten funktionieren. Mir geht es darum, sich gegenseitig zu unterstützen, eine Familie zu bilden, Teil eben dieser zu sein. Solche grossartigen Firmen zu endorsen, ist eine absolute Ehre und ein Privileg, ein Traum, auf das man stolz sein sollte. Wenn leute Firmen wechseln, weil sie da bessere Konditionen bekommen… Sorry, das kann ich nicht verstehen. Wem das das Wichtigste ist…Sollte mal tief in sein Herz blicken und überlegen, wieso er mit den Drums und der Musik angefangen hat. Sicherlich nicht wegen Geld…

Und weil du gefragt hast: Ich endorse Tama Drums, Zildjian Cymbals und Vic Firth Sticks. Felle spiele ich Evans.

JDW: Arbeitest du heute als Drummer mit Bands, gibst du auch Unterricht oder wie kann man sich deine Arbeit als Drummer vorstellen?

ML: Ich arbeite mit mehreren Bands zusammen, wie ich oben ja schon erzählt habe. Unterricht gebe ich auch. Freue mich immer über neue Schüler (auch via Skype) – schreibt mich also sehr sehr gerne an!

Was ich als nächsten Schritt vorhabe ist nicht nur mehr Schüler unter meine Fittiche zu nehmen, sondern auch als Session und Studio Drummer aktiv zu sein. Und auch irgendwann Clinics und Workshops zu geben.

JDW: Was kannst du abschliessend dem Leser mit auf den Weg geben?

ML: Reißt euch den Arsch für euren Traum auf. Egal, was es ist. Wenn ihr belächelt oder ausgelacht werdet – scheisst drauf, bleibt euch treu, kämpft und gebt nie auf. Ihr lebt nur ein verdammtes Mal, also macht es richtig! Wenn euch etwas in eurem Leben nicht taugt, ändert es. Man kann alles erreichen, wenn man nur will. Aber Wollen und Machen sind 2 verschiedene Paar Stiefel. Ausserdem will ich dir und Nicole noch danken, dass dieses nette Interview zustande gekommen ist. Freut mich riesig!

JDW: Danke dir Manuel für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg und alles gute!

Weiterführende Links

– Manuel Lotter Website: www.manuellotter.com
– Tama Artis Site – www.meinldistribution.eu
– Youtube Kanal – www.youtube.com

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