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Interview Hans Dekker

Interviews 22. November 2010 - 10:17 UHR 0 Kommentare
Er sorgt für den richtigen Groove bei der WDR-Bigband und spielte schon mit unzähligen Musikern wie Maceo Parker, John Clayton, Joe Lovano, McCoy Tyner und vielen anderen. Die Rede ist hier vom Schlagzeuger Hans Dekker der WDR-Bigband. Wir sprachen mit dem sympathischen Drummer über seinen Job bei der Bigband und mehr.

Hans Dekker WDR-Bigband

Bild © WDR/Ines Kaiser

JDW: Hans du spielst in der WDR-Bigband. Eine ziemlich grosse Herausforderung für einen Drummer. Kannst du mehr über deine Arbeit bei der WDR-Bigband erzählen. Wie kann man sich das vorstellen und wie kam es dazu?

Hans Dekker: 1994 kam es zur ersten Begegnung mit der WDR-Bigband. Da wurde ich gefragt, ob ich für einen Tag, Jeff Hamilton bei einer Probe vertreten könnte, da er irgendwo stecken geblieben ist und daher nicht erscheinen konnte zu dieser Probe. Zu dieser Zeit arbeitete die WDR-Bigband ausschliesslich mit freischaffenden Schlagzeugern. Es gab keinen festen Drummer bei der Bigband. Nach dieser Probe, gehörte auch ich zu jenen Schlagzeugern, welche angerufen wurden, wenn ein Schlagzeuger benötigt wurde.

Zwischen 1994 bis 2005 habe bei vielen Projekten bzw. Produktionen mitgewirkt. Und die Bigband war zufrieden mit mir.

2003 stand bei der Bigband dann zur Diskussionen, wieder einen fixen Schlagzeuger dabei zu haben. Ich stand da eben auch zur Auswahl, da ich mich mit dem Material klar kam und mich auch mit der Band sehr gut verstand. Ich habe zugesagt und bin mittlerweile seit 2005 festes Mitglieder der WDR-Bigband.

Wir spielen fast alle zwei Wochen ein neues Programm, da muss man als Schlagzeuger einfach sehr vielseitig und vor allem flexibel sein um diese Anforderungen erfüllen zu können.

JDW: Die WDR-Bigband hatte unter anderem auch diesen Tribute to Ray Charles in Leverkusen mit Maceo Parker. Das war sicherlich ein Highlight unter vielen? Wie war es für dich als Drummer, hier mitwirken zu können?

HD: Dies war eine sehr erfreuliche Produktion mit Maceo Parker. Er ist ein grossartiger Musiker. Der grosse Respekt war von beiden Seiten da, dadurch wurde das ganze Projekt so richtig gut. Dabei passten die Arragements von Michael Abene wunderbar. Die ganze Chemie stimmte. Dieses Projekt war für mich wieder ein Job, es hat mir Spass gemacht. Solche Projekte kommen und gehen wieder vorbei. Das nächste Projekt kann kommen (lacht).

JDW: Wie kannst du deine Arbeit als Drummer in der WDR-Bigband beschreiben?

HD: Ich bin bei der WDR-Bigband sozusagen der Bandleader, auch wenn ich nicht vorne stehe. Dabei trage ich eine grosse Verantwortung für Time, Tempo und die Dynamik. Dabei spielt es eine grosse Rolle, wie ich einen Song spiele, wenn man das Endergebnis dann begutachtet.

Wir proben praktisch gesehen bei einer zwei wöchigen Produktion zwei Tage das ganze Material und checken aus ob auch alles passt und gut klingt. Wenn alles stimmt, nehmen wir das ganze im Studio auf. Dann spielen wir eine Durchlaufprobe, wie bei einem Konzert und dann spielen wir noch einige Konzerte.

JDW: Man muss ja absolut Notenfest sein als Drummer, war dies für dich eine Herausforderung?

HD: Es ist sicherlich so, dass man Notenfest sein muss, aber die Noten sind nicht das wichtigste. Vielmehr sollte man gut zuhören können. Zudem spielt es auch eine Rolle, wie man das ganze Notenmaterial verarbeitet. Eine Distanz ist da sehr wichtig. Am besten sind Partituren, welche Anweisungen geben was die Band spielt und den Rest kann ich dann selber ausarbeiten. Ich vergleiche das mit einer Landkarte, und entscheide selber wie ich von A nach B komme.

JDW: Die Arbeit mit der Bigband nimmt sicherlich viel Raum und Zeit ein. Bleibt da Zeit für andere Projekte? Hast du etwas am laufen?

HD: Zwischendurch findet sich sicherlich immer wieder Zeit für andere Sachen. Auf Tour gehen kann ich da eher weniger, da wir mit der Bigband fast jeden Tag produzieren. Eigene Projekte mache ich nicht, aber bin viel als Sideman für andere tätig. Das mache ich gerne. Da gibt es zum Beispiel das Trio mit Frank Chastenier sowie John Goldsby. Da ist auch gerade das zweite Album herausgekommen. Und wenn es zeitlich passt, geben wir mit diesem Trio auch Konzerte. Dann gibt es auch noch eine weitere Band mit Paul Heller, John Goldsby, Ludwig Nuss und Andy Haderer. Daneben gibt es auch immer wieder Projekte mit Musikern, welche nicht zur WDR-Bigband gehören.

JDW: Was waren für dich persönlich weitere Highlights mit der WDR-Bigband?

HD: Das unter anderem Konzerte mit Bob Brookmeyer, John Clayton, Vince Mendoza, Patti Austin, Take 6, McCoy Tyner, Kurt Elling, Joe Lovano, Paquito D’Rivera, Gary Burton und vielen anderen. Die Liste ist unendlich lang. Da gibt es viele Highlights und ich hoffe das noch viele kommen werden. Für mich persönlich besteht ein Highlight auch daraus, jeden Tag mit dieser wunderbaren Bigband arbeiten zu dürfen.

JDW: Wie bist du eigentlich zum Schlagzeug spielen gekommen?

HD: Mein Vater hat auch Schlagzeug gespielt. Und da stand dann auch immer ein Set in der Garage, bis es dann eines Tages in meinem Schlafzimmer aufgebaut wurde. Seitdem gehört das Schlagzeug spielen zu mir (lacht)

JDW: Wie wichtig ist für dich persönlich Technik?

HD: Für mich persönlich ist Technik nicht so wichtig. Sicherlich braucht man ein technisches Niveau beim Schlagzeug spielen, aber die Technik darf die Musik nicht kaputt machen.

JDW: Die WDR-Bigband hatte schon Auftritte mit Drummern wie Dave Weckl, Dennis Chambers, Peter Erskine usw.! Steht man da als Drummer dann nicht unter Druck, Sachen abzuliefern, wie es eben diese Drummer gemacht haben? Wie stehst du dazu?

HD: Für mich gibt es da keinen Druck. Für mich ist es eine grosse Ehre dabei sein zu dürfen. Ich analysiere gerne die Drummer wie diese etwas spielen usw. Es gab aber einige andere Musiker welche einen grossen Einfluss auf die Bigband hatten und so auch auf mich. Einer davon war sicherlich Mel Lewis.

JDW: Was ist in deinen Augen wichtig für Drummer von heute? Was kannst du ihnen mit auf den Weg geben?

HD: Ich denke das Schlagzeug ist ein Instrument, welches sich sehr schnell entwickelt hat. Und was man da ab und zu an Virtuosität von machen jungen Drummern hört, ist schon erschreckend. Für mich persönlich ist nach wie vor die Begleitfunktion des Schlagzeugs wichtig. Das ist Groove, Time und auch Farbe in das ganze Spiel zu bringen. Zudem verschiedene Stilistik, Dynamik sowie Musikalität einzubringen. Und nicht zuletzt dafür zu sorgen, dass die Band gut klingt. Dazu braucht man ein gutes Gehör und man sollte gut zu hören und ausprobieren. Zudem sollte man auch ab und zu in der Vergangenheit graben und sich fragen … wer war eigentlich dieser Mel Lewis?! (lacht)

JDW: Besten Dank Hans für diese Interview. Wir wünschen weiterhin viele schöne Momenten mit der WDR-Bigband.

Weitere Informationen zur WDR-Bigband gibt es unter wdr.de

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