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Interview mit Dirik Schilgen

Interviews 26. März 2007 - 15:42 UHR 0 Kommentare
Dirik Schilgen gehört noch eher zu den weniger bekannten Drummern in Deutschland. Zu unrecht und jazzdrummerworld möchte dies auch ändern und hier im Interview über seine Tätigkeit als Musiker und seine Projekte sprechen. Vor kurzem erschien auch sein Debüt Album mit dem Namen “JazzGrooves”. jazzdrummerworld sprach mit Dirik Schilgen im Interview über sein neues Album und anderes…

Dirik Schilgen

JDW: Dirik, vor kurzem erschien deine erste CD “JazzGrooves” unter eigenem Namen. Wo und wie entstand diese CD?

Dirik Schilgen: Die Band, mit der ich aufgenommen habe und jetzt auch live spiele, ist im Kern aus den Produktionen einer Radio-Show gewachsen, in der wir immer die Möglichkeit hatten, eigene Jazz-Tunes aufzuführen und diese auch gleich fürs Radio aufzunehmen. So kam einiges an Repertoire zusammen. Dann habe ich das Projekt auf den Mannheimer Jazztagen ausprobieren können und danach machte ich die Pläne für die CD-Aufnahmen.
Die fanden dann im Klangstudio Ley in Sandhausen bei Heidelberg statt. Mit Winnie Ley habe ich dort schon viele Einspielungen gemacht und wir konnten dort quasi unter Live-Bedingungen aufnehmen, alle in einem großen Aufnahmeraum und mit Sichtkontakt und gutem Kopfhörer-Monitoring –also ideal.

JDW: Dieses Album enthält hauptsächlich eigene Kompositionen von dir. Wie gehst du als Drummer, ans komponieren von Songs heran?

DS: Nun, ich habe ja auch etwas Klavierspielen gelernt, wenn auch erst spät und vor allem im Studium mehr im Sinne des harmonischen Verständnisses.
So kann ich Ideen am Klavier probieren und arbeite sie dann am Computer weiter aus oder gebe auch verschieden Parts ein um den Gesamtsound auszutüfteln. Probezeit hatten wir nie viel, so musste ich schon sehr genau wissen, wie das Ganze letztendlich klingen sollte.

JDW: Wird es auch eine weitere CD unter deinem Namen geben?

DS: Jetzt freue ich mich gerade noch über das gelungene Erstwerk, aber so wie der Musikmarkt funktioniert, werde ich wohl irgendwann nachlegen müssen, um die Band nachhaltig in der Szene zu platzieren. Ich habe zwar schon wieder ein paar neue Ideen, aber ich lass mir noch etwas Zeit mit der genauen Gestaltung.

JDW: Welche Projekte hast du noch am laufen bzw. wo bist du überall aktiv?

DS: Da gibt es natürlich immer viele wechselnde Aktivitäten, da die meisten Bands immer aktivere und passivere Phasen haben.
Momentan arbeite ich viel mit der Sängerin Sarah Lipfert und ihrer Band „Sarahs Ballroom“, aber auch mit dem „Rua Baden Powell Project“ und dem Trio des Pianisten Christoph Mudrich. Es gibt aber noch einige weitere Bands mit denen ich regelmäßig spiele, sowie das „Heemann-Wanning Quartett“, von dem bald die neue CD erscheint oder dem Gitarristen Christian Eckert.

JDW: Was für Equipment benutzt du, welches Drumset, Sticks und Cymbals setzt du ein, und weshalb gerade diese?

DS: Für meine Band habe ich mein altes Sonor-HiLite (18 Bdr, 10, 12, 14 Toms) im Einsatz, um das ich mittlerweile von Vielen beneidet werde, wegen seinem warmen und direktem Ton! Dazu nehme ich eine 10“ Repinique von Raul. Sticks nehme ich immer, wenn es leicht und luftig klingen soll die SD 10 Swinger von Vic Firth. Becken habe fast komplett von Istanbul, und zwar aus der Zeit, als Agop und Mehmet noch gemeinsam zeichneten! Für mich kommen eigentlich fast nur Handgehämmerte Cymbals in Frage, weil ich ihren Sound runder und wärmer finde.

JDW: Du unterrichtest auch, was liegt dir besonders am Herzen, bzw. was gibst du deinen Schülern mit auf den Weg?

DS: In meinem Unterricht lege ich zum einen viel Wert auf eine gesunde und kraftsparende Technik, die sowohl leichtes, lockeres Spiel erlaubt, als auch kraftvolles. Mir ist es wichtig die ökonomischen Bewegungsabläufe gut erklären zu können – ich glaube das können nur wenige Lehrer.
Dann ist es wichtig, die Schüler kreativ arbeiten zu lassen. Sie sollen ihre Ideen entwickeln und ihren Stil entdecken.

JDW: Was macht in deinen Augen, einen guten Drummer aus?

DS: Ich persönlich finde ein musikalisches, zuhörendes und somit gestalterisches Spiel viel ansprechender als die Präsentation großer Virtuosität. Mich interessiert die gesamte Musik und das, was der Drummer dazu beiträgt, dass eine Band gut klingt. Daher bin ich auch kein
großer Fan von Drum-Clinics…

JDW: Gibt es spezielle Drummer, die dich persönlich inspiriert haben und noch heute inspirieren?

DS: In jungen Jahren hörte ich viel Musik der 60er über meine ältern Geschwister. Daher stand ich auf die großen Kreativen dieser Zeit: Ginger Baker, John Bonham, Ian Paice… erst so mit 16, 17 entdeckte ich den Jazz und saugte das Spiel der großen Melodiker unter den Drummern auf, wie Max Roach, Philly Joe Jones, Tony Williams, Jack de Johnette, Peter Erskine. In dieser Tradition könnte ich jetzt noch viele moderne „Nachfolger“ aufzählen – einsame Favoriten hatte ich nie.

JDW: Wie sieht’s du die Zukunft eines Jazzmusikers oder Schlagzeugers allgemein heute. Ist es nicht ein ziemlich hartes Pflaster, ist es nicht so, dass man fast mehr Zeit mit dem ganzen Business rundherum verbringen muss, also herumtelefonieren, sich vermarkten usw., um überhaupt an Gigs usw. zu gelangen?

DS: Oh ja, das ist schon nicht so leicht. Der Markt ist so voll mit tollen Bands und klasse Musikern, dass man schauen muss, dass man sein persönliches Profil gut herausstellt und dazu möglichst immer auf der Szene präsent ist. Neben etwas Glück, zur richtigen Zeit die richtigen Kontakte zu knüpfen, braucht man neben der eigenständigen Qualität viel Geduld und Ausdauer. Dafür, dass man als selbständiger Jazz-Musiker nicht nur Handwerker und Künstler, sondern auch noch Manager und Marketing-Fachmann sein muss, wird unser Berufsstand in der Öffentlichkeit leider etwas wenig gewürdigt. Mir ist das auch oft zuviel Zeit am Computer oder am Telefon, in der ich lieber üben oder schreiben würde – aber so ist das nun mal.

JDW: Welche Pläne hast du für die Zukunft als Musiker?

DS: Mit meinen verschiedenen Standbeinen als Bandleader, Sideman, Schlagzeug-Lehrer privat, an Schulen, auf Workshops, habe ich wohl eine Mischung, die mir hoffentlich weiterhin die Existenz in diesem Business sichert. Natürlich wünsche ich mir am meisten, mit meinem eigenen Projekt weiterzukommen und dafür möglichst viel Zeit einsetzen zu können – aber dafür muß sich das ganze natürlich auch gut verkaufen – aber mit der aktuellen CD läuft es ja schon mal ganz gut an!

Dirik Schilgen – JazzGrooves

Dirik Schilgen JazzGroovesDer Schlagzeuger und Komponist Dirik Schilgen, veröffentlichte im Oktober 2005 das Album „JazzGrooves“. Diese CD wurde live im Studio eingespielt und ist auch das erste, unter eigenem Namen, erscheinende Album des Schlagzeugers. Die Besetzung könnte man als eine klassische Jazzformation bezeichnen, mit Saxophon – Tenor, Sopran und auch Querflöte -, Trompete, Piano, Bass und Drums. Das Sextett erinnert an Art Blakey’s Jazz Messengers. Die Sounds sind modern und auch für nicht Jazz Fans ein Genuss. So findet man hier auch unterschiedliche Stilistiken, so unter anderem traditionellen Jazz, Rock, Funk aber auch Latin Musik.
Der Drummer Dirik Schilgen überzeugt hier mit seiner Begleitung, er spielt sehr musikalisch und geht wunderbar auf die Musik ein. Ein absolut hörenswertes Album.

– Weitere Infos zu Dirik Schilgen unter: www.dirikschilgen.de

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