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Interview Claudio Strüby

Interviews 16. Juni 2009 - 20:16 UHR 0 Kommentare
Der Schweizer Schlagzeuger Claudio Strüby ist ein vielseitiger Drummer und arbeitet mit den unterschiedlichsten Musikern zusammen. Und ganz aktuell trommelte er auch auf dem neusten „RUSCONI – One Up Down Left Right“ Album mit. Wir sprachen mit Claudio über dieses Album, über andere Projekte sowie über das Leben als Musiker.

Claudio Strüby

JDW: Claudio, du bist unter anderem der Schlagzeuger von RUSCONI. Vor kurzem erschien auch das neuste Album “RUSCONI – ONE UP DOWN LEFT RIGHT”. Kein klassisches Jazztrio Album. Wie entstand dieses Album? Wie habt ihr daran gearbeitet und welche Idee steckt dahinter?

Claudio Strüby: Das neue Album ist für mich eine logische Konsequenz aus den zwei vorhergehenden, sowohl hinsichtlich der Kompositionen, als auch des Bandsounds. Da steckt keine konkrete Idee oder irgendein Konzept dahinter, es ist vielmehr das Resultat aus jahrelangem Zusammenspiel als Band. Diese langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft ermöglichte uns eine Entwicklung, die dazu geführt hat, dass wir musikalisch gleichberechtigt sind, auch wenn die Stücke von Stefan geschrieben werden. Ich merke bei jedem einzelnen seiner Tunes, wie er die Musik für uns als Band komponiert. Zudem sind wir konsequenter geworden. Einige Stücke wurden zwar aufgenommen, waren jedoch noch nicht reif genug und gelangten somit auch nicht auf die Platte. Auch die Zusammenarbeit mit dem Tonmeister Daniel Dettwiler, der schon “Stop&Go” aufgenommen und gemischt hat, intensivierte sich. Er versteht unsere Musik, uns als Band und was wir klanglich wollen.

JDW: Ihr habt auch ein Video dazu gedreht! Was auch nicht jedes Trio macht! Wie kam es dazu?

CS: Durch einen Freund sind wir zu den abgefahrenen Jungs von “Zweihund Film” aus Winterthur gestossen, welche mit grossem Enthusiasmus den Clip für “One up down left right” gedreht haben. Die wollten schon immer was mit einem Pony in Moonboots machen! Wir haben übrigens kürzlich erfahren, dass der Film für das Portable Film Festival in Melbourne nominiert wurde.

Claudio Strüby

JDW: Wo bist du als Schlagzeuger zudem aktiv mit dabei, welche Projekte hast du am laufen?

CS: Ich spiele seit mehr als 2 Jahren jeden Dienstag im Zürcher Club “Helsinki” mit Jean-Paul Brodbeck und Fabian Gisler, wo wir ausschliesslich Standards spielen.Ein neues Projekt besteht aus dem Kölner Pianisten Pablo Held und dem Kontrabassisten Arne Huber aus Mannheim. Im Juli kommen die zwei ein paar Tage nach Zürich und wir schauen mal, was wir da aufs Band kriegen können. Mit dem neuen Projekt des Gitarristen Rob Pianca und dem Tenoristen Nicolas Masson aus Genf haben wir im Januar was aufgenommen. Ausserdem spiele ich im Quartett von Reto Anneler, im Trio von Tino Horat, in den Bands von Christoph Irniger, Gabriel Dalvit, Bruno Spörri und einigen mehr.

JDW: Vieles hat sich geändert auch für Musiker. Man hat unzählige neue Möglichkeiten, wie auch das Internet. Wie nutzt du für dich persönlich das Internet?

CS: Ich verwende das Internet vorwiegend um E-mails zu verschicken, also für Organisation und Koordination von Terminen. Ich lese online Zeitung und erfreue mich an der wachsenden Anzahl von Jazzfilmchen auf YouTube. Eine eigene Website habe ich leider immer noch nicht. Als Ersatz hierfür habe ich einen MySpace Account mit meinen Konzertdaten.

JDW: Wenn man in der Schweiz sagt, man lebt von der Musik, kommt immer die Frage: “Kann man davon leben?”. Wie sieht das bei dir aus? Wie siehst du das Business und wie arbeitest du als Musiker?

CS: Diese Frage versuche ich jeweils zu vermeiden, wenn sie dann aber doch hin und wieder gestellt wird, dann antworte ich: “Ja, aber reich wird man nicht.”
Da ich hauptsächlich als Sideman tätig bin, lebe ich von Auftritten, weniger von CD-Verkäufen oder Tantiemen. Auf der einen Seite sind da Musiker, welche für wenig bis gar keine Gage auftreten, wodurch also ein richtiges Dumping entsteht. Auf der anderen Seite sind da die Veranstalter, welche darauf reagieren und auch sagen: Du hast im Club X für 50.- gespielt, warum soll ich Dir vom Club Y 300.- bezahlen? Desweiteren wird immer alles teurer, die Gagen jedoch werden der Teuerung nicht angepasst. Von Fahrspesen und sonstigen Auslagen wird meistens gar nicht erst gesprochen, auch nicht seitens der Musiker. Es ist ein ständiger Kampf – um wenig Geld. Als Jazzmusiker bewegt man sich marktwirtschaftlich gesehen in einer Nische, was aber nicht bedeutet, dass man nichts verdienen darf.

Aber wollen wir jetzt da nicht zu ökonomisch werden, lass uns doch über Paradiddles und Bassdrum Pedale sprechen!

Claudio Strüby

JDW: Okay, genau lass uns über andere Dinge reden. Wie wichtig ist für dich das Equipment welches du spielst? Was setzt du da ein?

CS: Equipment is a never ending story. Im Moment bin ich aber sehr zufrieden mit meinen 15„ A Hihats, 22„A und 22„K Becken aus den 50-er Jahren. Auch das neue, sehr spartanische Giannini Mahagony Set kommt gut. Aber eben: never ending.

JDW: Wie übst du? Wie sieht deine Zeit hinter den Drums aus, wenn du übst? Und welche Bücher sind deine Favoriten?

CS: Ich halte mich da an Bill Evans, der gesagt hat: „You rather should play one tune for 24 hours, than 24 tunes in one hour.“ Ich verbringe also viel Zeit mit wenig verschiedenen Übungen. – Dafür mit systematisch wechselnden Dynamiken und Tempi. An dem Lehrmittel von Norbert Pfammatter kann ich mich immer noch stundenlang festbeissen, momentan sind aber vor allem „Wilcoxon`s All American Drummer“ und „Extreme Interdependence“ von Marco Minnemann angesagt.

JDW: Was ist in deinen Augen wichtig, wenn man von der Musik leben möchte? Hast du da Tipps und Ratschläge?

CS: Günstige Wohnung, billiges Auto, gut Kochen lernen und viel spielen.

JDW: Gibt es Abschliessendes zu sagen, an die Drummer da draussen?

Man folge diesem Link!

Weiterführende Links
– Claudio Strüby bei MySpace
– RUSCONI – One Up Down Left Right Album Besprechung jazzdrummerworld

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