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Interview Anika Nilles

Interviews 21. März 2014 - 08:03 UHR 3 Kommentare
Anika Nilles ist eine Schlagzeugerin mit Leib und Seele. Wenn man sie spielen sieht, merkt man, hier steckt ordentlich Leidenschaft im Spiel. Es gibt leider immer noch wenig Frauen hinter dem Schlagzeug. Anika geht ihren Weg und das merkt man sofort. Die Herren dürfen sich warm anziehen, denn hier bekommt man ordentliche Grooves auf die Ohren. JazzDrummerWorld sprach mit der Schlagzeugerin über das Schlagzeugspielen, aktuelle Projekte und mehr.

Anika Nilles© Anika Nilles

JDW: Anika wie hat das Ganze mit dem Schlagzeugspielen bei dir angefangen?

Anika Nilles: Das ist eine gute Frage. Ich bin mit Musik um mich herum aufgewachsen. Mein Vater hat in meiner Jugendzeit auch Schlagzeug gespielt. Das Schlagzeug stand bei uns rum. Ich bin da einfach ran gegangen und hatte Spass dran. So mach ich es heute eigentlich immer noch (lacht).

JDW: Du hast ein Studium an der Popakademie Mannheim und der Bundesakademie Trossingen absolviert. War es für dich immer klar, dass du Schlagzeugerin werden möchtest?

AN: Ja absolut, für mich war schon immer klar das ich einfach nur Schlagzeug spielen will. Allerdings kam dieser Wunsch bei meinen Eltern zunächst einmal nicht so gut an. Unterstützung für das Instrument als Hobby fand sich da schon, dem aber beruflich nachzugehen kam zunächst nicht in Frage. So kam es, das ich eine Ausbildung abschloss und tatsächlich auch ein paar Jahre im Beruf gearbeitet habe. Das Schlagzeugspielen habe ich dabei allerdings nie aus den Augen verloren, wohl eher im Gegenteil.

Anika Nilles© Anika Nilles

JDW: Welche Projekte beschäftigen dich zur Zeit und wo bist du als Schlagzeugerin mit dabei? Hast du auch eigene Projekte?

AN: Zur Zeit arbeite ich fokusiert an meinem eigenen Songmaterial. Was in erster Linie heisst Songs zu schreiben, diese im Studio zu produzieren und die Drums zu arrangieren. Teilweise arbeite ich dabei auch mit SängerInnen zusammen. Im Studio sind wir ein festes Team was schon sehr eingespielt ist. Jeder hat seinen Aufgabenbereich, alles geht Hand in Hand. Dort spiele ich auch für verschiedene andere Produktionen die Drumparts ein.

Neben den Songwriting und Studioleben spiele ich auch live für verschiedene Bands/Künstler. Das können einmalige oder auch regelmässige Sachen sein mit eigenem Songmaterial oder Cover. Und schliesslich gibt es da noch die Herzensangelegenheiten, also Bands bei denen ich festes Mitglied bin und es einfach nur um die Musik geht die wir gemeinsam kreieren.

JDW: Die Frage kommt ja meistens unweigerlich. Wie ist deine Erfahrung als Schlagzeugerin? Wird man heute nach wie vor skeptisch betrachtet, wenn die Leute eine Frau hinter dem Schlagzeug sitzen sehen? Wie erlebst du das persönlich?

AN: Ich erlebe diesen Part eigentlich aus zweierlei Hinsicht. Einmal gibt es da den „Unterhaltungs“ – Industrie Veranstaltungsbereich, wo aus meiner persönlichen Erfahrung Optik und weibliches Auftreten leider häufig vor den musikalischen Qualitäten stehen. Ich betrachte diese Jobs mehr als Dienstleistung, was es schliesslich auch ist.

Der andere Bereich betrifft die Musikszene, die sich vorwiegend mit eigenem Songmaterial beschäftigt. Wo es um die Musik selbst geht, dort fühle ich mich zu Hause.

Anika Nilles© Anika Nilles

Als Frau hinter den Drums erhält man schnell die Aufmerksamkeit des Publikums. Das führt aber gleichzeitig gerne dazu, das man auch mal genauer auf die Finger geschaut bekommt. Das ist aber alles ok. Ich gehe das ganze Thema „Frau am Schlagzeug“ einfach ganz locker an. Es geht ja eigentlich auch nur darum das alle Spass haben. Ich mache mir da gar keinen grossen Kopf drum. Für mich selbst war das auch noch nie grosses Thema.

JDW: Woran könnte es wohl liegen, dass man nach wie vor eher wenige Frauen hinter dem Schlagzeug sieht?

AN: Das ist tatsächlich eine gute Frage, auf die es wahrscheinlich nicht die eine Antwort gibt.
Ich kann mir gut vorstellen, das es mit den klassischen und klischeehaften Ansichten der Gesellschaft zu tun hat, wo das Drumset einfach als ein „Männerinstrument“ gilt.

Interessant finde ich eher das es im Popbereich kaum Schlagzeugerinnen gibt. Im Jazzbereich oder sogar im Metall sieht man da ja schon des Öfteren mal ein Drummerin, aber in der Popmusik? Und wenn man da nochmal konkret im Profibereich schaut… da wird’s schon eng. Aber generell gibt es ja nicht nur wenige Drummerinnen sondern einfach zu wenige Instrumentalistinnen.

Anika Nilles© Anika Nilles

JDW: Welches sind deine persönlichen DrummerInnen welche du magst und auch persönlich beeinflusst haben?

AN: Früher habe ich viel Toto gehört und mich dadurch stark mit den Grooves von Jeff Porcaro beschäftigt. Eigentlich ist das heute immer noch so. Ich kann mir die alten Toto Alben immer wieder anhören und entdecke für mich noch immer neues. Das feiere ich dann auch total und hör mir die Stellen immer wieder an und versuche sie an den Drums mitzuspielen, so genau wie möglich. Aber auch Drummer wie Jojo Mayer, Aaron Spears, Dennis Chambers, Jost Nickel und vor allem Chris Coleman finde ich absolut grossartig. Da lasse ich mich gerne inspirieren.

JDW: Das Musik Business ist heute ein hartes Pflaster. Wie siehst du das Ganze? Gerade mit dem Internet eröffnen sich viele Möglichkeiten für den Musiker. Was denkst du muss man als Drummer heute mit sich bringen, damit man vom Schlagzeugspielen leben kann?

AN: Das Internet ist sicher eine gute Plattform für viele Musiker um dort ihre Musik zu präsentieren und und zu verbreiten. Schliesslich lässt sich dort schnell eine breite Masse erreichen. Ich denke das aber aber auch in der virtuellen Welt zukünftig immer mehr auf Qualität und Authentizität gesetzt wird. Wichtige Eckpunkte um als Instrumentalist von der Musik leben zu können sind für mich ein konstantes spielerisches Level, ein gutes Netzwerk bzw. Kontakte zu anderen Musikern und Business Partnern und soziale Fähigkeiten.

JDW: Du unterrichtest auch, ist das für dich ein Muss oder wie stehst du persönlich zum unterrichten und wie gestaltet sich dein Unterricht?

AN: Ich unterrichte schon recht lange. Mit 14 Jahren hab ich angefangen und bis heute nicht damit aufgehört. Ich empfinde das Unterrichten grundsätzlich als etwas angenehmes. Natürlich gibt es wie in jeden Job auch mal Phasen wo es weniger Spass macht. Es kommt schließlich auch etwas darauf an ob man als Lehrer einen Zugang zum Schüler findet, in wie weit der Schüler sich auf das Instrument einlassen kann und in wie weit er aktiv mitarbeitet. Ich versuche im Unterricht nicht alles vorzukauen und lasse Platz für eigene Ideen und Interessen. Diese erwarte ich früher oder später dann auch von meinen Schüler. Wenn das alles ausgewogen ist, macht es beiden Seiten Spass.

Heute lebe ich teils vom Unterrichten und das ganze ist nicht mehr nur eine freiwillige Sache aus Lust und Laune. Daher ist es auch zu einer Art „muss“ geworden. Aber es fühlt sich in der Regel nicht so an.

Weiterführende Links

Meinl Cymbals Artist Page
Anika Nilles Website

3 Kommentare

  1. 8. Juli 2015 um 23:24 - Kommentar zitierenReply to this comment
    1

    Schönes Interview!

  2. Sascha Mock
    15. Dezember 2015 um 15:21 - Kommentar zitierenReply to this comment
    2

    In diesem Artikel stecken mehr Rechtschreibfehler als Übungen in „Stickcontrol“. Dadurch wirkt das Ganze sehr unprofessionell.

  3. 15. Dezember 2015 um 20:08 - Kommentar zitierenReply to this comment
    3

    @Sascha Mock:

    Danke für deinen Kommentar.

    JazzDrummerWorld wird alleine durch mich betrieben, keine Redaktion, ich bin kein Journalist und die Site hat auch nicht das Ziel ein professionelles Magazin zu sein. Es ist lediglich ein Fun Projekt. Und alles andere ist gar nicht möglich. Ich arbeite als Musiker (Damit verdiene ich mein Geld) und stecke viel in jazzdrummerworld.com. Schreibe viel von unterwegs und da kann es sein, dass nicht jeder Artikel perfekt daherkommt. Zumal ich nicht jedes Interview bis ins Detail durchchecken kann, gerade wenn ich unterwegs bin. Ausserdem ist meine Muttersprache auch nicht Deutsch. Die Interviews werden meistens durch die Drummer an mich zurückgesendet.

    Ausserdem ist ja hier alles gratis, kostenlos! Es steckt enorm viel Arbeit dahinter. Ich denke aber wenn man nichts zahlt, sind gerade solche Sachen nebensächlich. Würde ich Geld verlangen, dann würde ich auch alles anders machen. JazzDrummerWorld ist eine Info Plattform für Drummer und bietet so einiges, wenn nur eine Person das macht, kann nicht alles perfekt sein.

    Aber wie auch immer, wenn Rechtschreibfehler die einzigen Probleme sind, welche man hat, kann man sich ja glücklich schätzen ;-)

    In diesem Sinne, Happy Drumming
    Dave

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