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Interview Alexander “Bali” Balajew

Interviews 30. Mai 2012 - 08:56 UHR 0 Kommentare
Alexander Balajew genannt Bali, sorgt für den Groove bei der Schweizer Band Plüsch. Ist aber auch sonst ein gefragter Drummer bei Portefank, GUSTAV oder auch Moro. JazzDrummerWorld hat sich mal ein bisschen mit dem sympathischen Drummer unterhalten und mehr über seine Projekte und ihn als Musiker erfahren.

Alexander Balajew

JDW: Bali, du bist mit diversen Bands aus der Schweiz unterwegs. Die bekannten wären da Plüsch oder auch GUSTAV. Was kannst du über diese Bands sagen?

Alexander “Bali” Balajew: Nun, bei erster bin ich Gründungsmitglied. Das war meine erste richtige Band. Los ging’s 1997, ich war also gerade mal 17 Jahre alt. Wir spielten zuerst 5 Jahre als Coverband auf sämtlichen Dorffesten rund um Thuner- und Brienzersee. Wir sind auf der Bühne zusammen gross geworden. Wir schreiben die Songs zusammen und sind natürlich nach mittlerweilen fast 15 Jahren eingespielt wie selten eine Band. Das macht unglaublich viel Spass und wir sind eine Familie geworden die viel miteinander erlebt hat.

Bei Gustav bin ich seit 2 Jahren dabei. Hier habe ich natürlich viel weniger Einfluss. Die Songs bestehen und sind meistens auch schon in einer Live-Version arrangiert. Hier geht es für mich eher darum die verschiedenen Songs und Stile möglichst gut zu interpretieren. Das ist auch die Herausforderung für mich in dieser Band. Das Live-Set geht von südamerikanischen Rhythmen über Polka bis zu Punk-Rock und Dance.

JDW: Mit GUSTAV warst du ja schon vorher, bevor er in der Schweiz so bekannt wurde, unterwegs. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande und wie kann man sich deine Arbeit als Drummer dort vorstellen?

Bali: Ein Freund von mir spielte bereits seit längerer Zeit bei Gustav Bass. Als dann vor gut 2 Jahren der damalige Drummer wegen einer beruflichen Weiterbildung keine Zeit mehr hatte, wurde ein neuer Drummer gesucht. Mein Kollege wies mich darauf hin und meinte das wär doch was für mich. Ich hörte mich darauf ein bisschen durch das gewaltige Repertoire von Gustav und meldete mich für die Audition an. Wir spielten zwei, drei Songs an, zwei Tage später erhielt ich dann einen Anruf und bekam den Job.

Ich gehe bei Bands mit denen ich noch nicht viel oder noch gar nie gespielt habe, immer sehr vorsichtig und zurückhaltend ans Werk. Ich lasse vor allem die anderen spielen, beobachte und höre zu. Ich will der Band lediglich ein solides, rhythmisches Grundgerüst bieten. Das ist das A und O als Drummer. Wir sind keine Solisten, sondern das Uhrwerk und Fundament einer Band. Wenn das wackelt, kann man nur schlecht drauf bauen. Wenn das jedoch stabil steht, hat dies einen grossen Einfluss auf die Band; die Leute fühlen sich sicher, können freier spielen und verlassen sich nach kurzer Zeit auf dich. Erst danach beginne auch ich ein bisschen freier, verspielter zu spielen.

Alexander Balajew

JDW: Was wurde anders, als GUSTAV beim “Kampf der Chöre” SF den ersten Platz gewann?

Bali: Vor allem die Medienpräsenz. Für die Band hat sich eigentlich nicht viel geändert, ausser das mehr TV-Shows dazugekommen sind. Durch die Bekanntheit aus der Show wurden jedoch viele Leute auf Gustav aufmerksam und wir haben nun meist sehr gut besuchte Konzerte. Das macht natürlich Spass!

JDW: Welche Projekte/Bands beschäftigen dich zur Zeit auch noch?

Bali: Ich spiele noch fix in einem Rock-Funk-Quartett namens “Portefank”. Da haben wir ein neues Album aufgenommen, ist jedoch noch nicht fertig.

Im 2012 werde ich nebst Plüsch wahrscheinlich noch eine kleine Unplugged-Tour mit Moro, dem Sänger von Fusionsquaregarden, machen. Für mehr reichts dann aber wohl nicht mehr ;-)

JDW: Welches waren bislang deine Highlights als Drummer, auf welche du gerne zurückschaust?

Bali: Ein Highlight aus frühen Jahren war sicher der erste Platz am Drummerwettbewerb in Altishofen. Da war ich gerade mal 13 Jahre alt und fiel aus allen Wolken. Damals wurde mir zum ersten mal bewusst, dass ich mit der nationalen Konkurrenz anscheinend gut mithalten kann. Das gab mir extrem viel Motivation.

Grössere Highlights kamen dann erst später; 2 mal Gurtenfestival-Hauptbühne mit Plüsch, eine Tour mit Konstantin Wecker und Pippo Pollina in Deutschland und Österreich, ein paar Konzerte mit Stefanie Heinzmann, Allstar-Konzerte mit Mundartgrössen wie Büne Huber, Sina, Polo Hofer, Span und vielen anderen.

JDW: Du bist auch bei GrooveFactory mit dabei, eine Factory mit diversen Dienstleistungen besonders auch im Recording Bereich. Was ist deine konkrete Aufgabe dort?

Bali: Da bin ich Initiant, Ideen-Schmied, Abwart, Techniker, Drummer, Webdesigner und Koch… nein, Spass beiseite; Hier versuchen wir ein Musik-Netzwerk aufzubauen und durch eine offene und innovative Zusammenarbeit verschiedenste Dienstleistungen im Musiksektor zu erbringen. Wir haben mit der GrooveFactory nebst dem eigenen Tonstudio eine Schar Profimusiker um uns, mit denen wir musikalisch praktisch alles realisieren können.

Um dies den Leuten zu zeigen, organisierten wir während 1.5 Jahren die “CapitalSessions” im Rest. Du Nord in Bern. Im Rahmen dieser Sessions trat während jeweils 3 Monaten jeden Donnerstag ein anderer Sänger mit der GrooveFactory-Band auf. Die Sänger sollten jedoch nicht ihr Standard-Repertorie singen, sondern z.B. ihre persönlichen Lieblings-Songs. Der Gast hatte also eine Carte-Blanche. Für die Band bedeutete dies; jede Woche zwischen 16 und 20 neue Songs einzustudieren. Geprobt wurde dann jeweils einmal am Nachmittag des Konzertabends mit dem Gast bei uns im Studio. So entstanden über 50 spannende und einmalige Konzerte, die oftmals für den Gastsänger gleich überraschend waren, wie für’s Publikum. Wir spielten mit Gästen wie Michael von der Heide, Gigi Moto, Greis, Caroline Chevin, Jessy Howe, James Gruntz, Junior Tshaka, Wally Warning, Famara, Eric St. Michaels und vielen mehr.

Alexander Balajew

JDW: Wie übst du für dich, womit beschäftigst du dich und was ist dir als Drummer besonders wichtig? Gibt es da auch Tipps, welche du Drummer mit auf den Weg geben kannst?

Bali: Üben ist bei mir immer etwas chaotisch. Ich habe da nicht so viel Disziplin wie ich gerne hätte. Manchmal packt mich etwas, dann will ich das unbedingt können und übe bis es klappt. Mit jeden Tag hinsetzten und 2, 3 Stunden dies oder jenes üben, tu’ ich mich ein bisschen schwerer…

Das wichtigste als Drummer ist Groove. Und Groove ist für mich 80% Präzision und 20% Feeling. Sowohl Timing-Mässig wie auch vom Sound her. Beides muss möglichst konstant sein. Das ist für mich sehr wichtig und die Vergangenheit hat mir auch gezeigt dass es das ist was einen guten Drummer ausmacht. Technik-Gefriemel und abgefahrene sextolen-fills sind lustig, interessieren aber niemanden. Spielst Du aber einen rollenden Groove mit sattem Sound, strahlt dich die ganze Band nach 1 Minute an und den Zuschauern fängts von alleine an zu tanzen. Dann hast Du dein schon ein grosses Ziel als Drummer erreicht.

Weniger ist mehr und Spiele nur was du zu 100% beherrscht!

JDW: Welches Setup (Drums/Cymbals/Felle/Sticks) setzt du meistens ein?

Bali: Bei den Drums bin ich ein grosser Fan von Yamaha. Die bauen seit langer Zeit die mit Abstand besten Kessel. Auch die Hardware ist seit Jahren immer absolut Top, da Sie aus dem Motorrad-Werk von Yamaha kommt.

Bei den Cymbals habe ich eine sehr gute Beziehung zu Paiste. Ich gehe öfters mal in Nottwil vorbei und lasse mir neue Produkte zeigen und darf diese meistens dann auch mitnehmen und ausprobieren. Das Handwerk und das Know-How, welches diese Firma prägt, faszinieren mich sehr. (wer schon einmal versucht hat ein Cymbal zu hämmern, weiss wovon ich spreche…)

Und durch die Vielfalt der Produkte, verlasse ich meistens wunschlos Glücklich das Werk am schönen Sempachersee wieder.

Bei den Sticks werde ich von Paul Agner unterstützt. Er hat mir vor Jahren schon einen Custom-Stick angefertigt. Zur Zeit arbeiten wir gerade ein einem Neuen. Auch hier werde ich sehr familiär betreut.

Bei den Fellen setze ich hauptsächlich auf Evans. Vorallem für einen offenen, warmen Tom-Sound mag ich die sehr.

Setup Alexander Balajew

JDW: Du unterrichtest auch. Was ist dir da wichtig und wie gestaltet sich dein Unterricht?

Bali: Ich unterrichte ja nur privat und eine sehr übersichtliche Anzahl an Schülern damit ich mich auch mit jedem individuell befassen kann. Das ist mir wichtig. Bei Anfängern achte ich darauf dass sie nebst der ganzen Technik auch ein musikalisches Gefühl entwickeln. Bei Fortgeschrittenen ist meist Dynamik ein grosses Thema sowie zum Teil falsch “angeübte” Techniken oder Haltungen. Grundsätzlich ist mir aber wichtig dass jeder genau das abbekommt was ihn momentan aus meiner Sicht am meisten weiterbringt.

JDW: Wenn man sich entscheidet vom Schlagzeugspielen zu leben, was sollte man da beachten? Wie hast du das für dich persönlich umgesetzt. Man ist ja heute ja nicht nur Drummer, sondern oft auch Produzent, unterrichtet usw.! Wie sieht das bei dir aus?

Bali: Ich habe für mich persönlich vor ca. 4 Jahren gemerkt dass mir mein Leben am meisten Spass macht wenn viel Abwechslung vorhanden ist. Aus diesem Grund habe ich damals auch mein festes Anstellungsverhältnis als Informatiker gekündigt. Seither präsentiert sich mein Berufsleben als ziemlicher Gemischtwarenladen.

Schlagzeugspielen war für mich schon immer die grösste Leidenschaft, ein Traum, von dieser leben zu können. Jedoch birgt dies auch die Gefahr, dass man vielleicht eines Tages die Lust verliert. Und das versuche ich um jeden Preis zu verhindern. Also spiele ich grundsätzlich nur was mir wirklich Spass macht und poliere das monatliche Einkommen mit einer Teilzeit-Anstellung und Freelance-Jobs als Informatiker und Web-Entwickler auf.

JDW: Gibt es abschliessende Worte, welche du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Bali: Weiss grad nix :-)

Weiterführende Links

balidrums.com
groovefactory.ch
Plüsch
gustav.ch
Yamaha Artist Seite

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