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Adoro Custom Drums made in Germany

Drums & Co. 05. Mai 2010 - 10:21 UHR 0 Kommentare
Die Auswahl an Drums, welche für Drummer heute zur Verfügung stehen, ist nahezu grenzenlos. Für jeden Geschmack gibt es etwas. Und die grossen Namen bei den Drums kennt man schnell einmal. Dennoch lohnt es sich immer wieder Ausschau nach anderen Herstellern zu halten. Vor kurzem entdeckten wir den Custom Drums Hersteller Adoro Custom Drums aus Deutschland. Hierbei handelt es sich um hochwertige Drumsets, mit edlem Erscheinungsbild, schönem Sound und mit viel Liebe zum Detail. Stefan Korth heisst der Mann hinter den Adoro Drums. Er besitzt eine eigene Kesselpresse und stellt diese Drums in Deutschland her. Wir sprachen mit Stefan Korth in einem Interview über seine Drums und erfuhren so mehr über die Adoro Custom Drums.

Adoro Custom Drums

JDW: Wie kam es zur Idee eine eigene Drumset Marke wie Adoro auf den Markt zu bringen?

Stefan Korth: Kurz bevor mein Vater in Rente ging, sprachen wir darüber, was man nun mit der neu gewonnenen Zeit machen könne. Mein Dad und ich haben schon früher mal Trommeln gebaut, und ich hatte die Idee, dass wir gemeinsam nun endlich wieder Instrumente bauen könnten.

Ganz zu Anfang hatte ich noch vor, E-Drums zu bauen, weil ich seit über 20 Jahren in Kirchen Schlagzeug spiele, und für diese akustisch sehr schwierige Situation – räumlich und Klientel- das “ultimative Schlagzeug” erfinden wollte. Ich empfinde E-Drums als unnatürlich, als etwas nicht-mittelbares, und wollte irgendwas bauen, das den akustik-Trommler mit dem E-Drum versöhnt. Dafür hatte ich eine grosse Menge Kessel gekauft, sehr dünne Ahorn-Kessel. Als ich diese in den Händen hielt, kam es mir wie ein Frevel vor, daraus E-Drums zu bauen, und ich fertigte zunächst damit ein akustisches Set für mich. Es hatte die kurzen, kleinen, dünnen Kessel, welche sehr sensibel und mit einem vollen Ton auf leises Spiel reagierten. Mit diesem Set konnte ich erstmals wieder in der Kirche mit Sticks spielen, wo ich sonst nur Besen und Rods nutzte.

Das Set war quasi unser allererstes Worship Set, damals hatte es aber keinen Namen, denn die Idee, selber Schlagzeuge zu bauen hatte ich früh wieder verworfen und mich vorerst auf den Handel mit Schlagzeugteilen beschränkt. Erst viel später machte ich mir ernsthafte Gedanken über einen Namen. Meine Schwester beriet mich, und schlug ein paar Synonyme für “Worship” vor. Unter anderem auch Adoro, was spanisch bzw. italienisch für “Anbetung” ist.

Kurz darauf tourte der recht bekannte Worship-Leiter Brian Doerksen aus Kanada durch Deutschland und man fragte, ob ich für die Tour ein Schlagzeug bereitstellen würde. Wir fertigten extra ein Schlagzeug an für die Tour, und so kam es, dass Brian Doerksen der erste Musiker war, der offiziell mit einem Adoro Set auf der Bühne stand. Der Drummer Calum Rees war sehr begeistert. Er erwähnte nebenbei, dass sein Dad auch Drummer ist, z.B. bei AC/DC und Manfred Manns Earthband. Es stellte sich später raus, dass sein Dad niemand anderer als Christopher Rees ist, auch bekannt als Chris Slade! Ein paar Tage später rief Doerksen an und kaufte es. Er und die Band hatten Calum noch nie so glücklich gesehen und ihm das Set als Überraschung geschenkt. Doerksen kaufte sogar kurz darauf noch ein zweites Set für seine Gemeinde.

Stefan Korth

JDW: Wie war die Resonanz bis jetzt auf Adoro Drumsets?

SK: Mit der Marke scheinen wir wirklich ein gutes Händchen bewiesen zu haben. Das Beste, was einem passieren kann, ist, dass die Menschen zu glauben meinen, die Marke schon ewig zu kennen. Es gab einige wirklich lustige Reaktionen bei unserer ersten Präsentation in der Öffentlichkeit, bei der Drummer überzeugt waren, uns schon aus Presse und Medien zu kennen. Inzwischen kann das gut sein, aber damals war es einfach unmöglich…

Was die Instrumente selber angeht, so war ich sehr überrascht, dass unser Konzept von den leisen Drums so gut ankam. Ich war mir bewusst, dass die meisten Drummer eine infernal laute Trommel als etwas Gutes empfinden, wir aber bauen Instrumente, so wie man es vor 60 Jahren getan hat, nur eben mit heutigen technischen Möglichkeiten. Das brachte uns einen guten Ruf vor allem bei den Sammlern alter Schlagzeuge, Jazz- und Session Drummern. Die klassischen “Pimp-my-Ride”-Drummer lassen uns wohl eher links liegen, uns fehlt da wohl das gewisse “Proll”-Image, sicher ungewöhnlich für eine Custom Firma.

JDW: Ist es schwierig, sich als Custom Hersteller, neben den grossen Drum Herstellern zu behaupten?

SK:Custom Hersteller hierzulande haben es sicher etwas schwerer, als Alternative zu den anderen Marken wahrgenommen zu werden, aber in den letzten zwei-drei Jahren ist das deutlich besser geworden, denn es gibt auch deutlich mehr Schlagzeugbauer als zuvor. Technisch gesehen sehe ich keine Schwierigkeit, ein ebenbürtiges Produkt anzubieten. Man darf aber nicht vergessen, dass der Drummer nicht nur ein Instrument, sondern auch die Geschichte der Marke kauft. Nur wer ausser einem perfekten Instrument noch dem Kunden das gute Gefühl vermitteln kann, eine gute Marke gekauft zu haben, kann im Bereich der High-End-Drums -und um solche handelt es sich ja bei den handgefertigten Sets definitiv- auf Dauer punkten. Ich bin froh, dass Adoro als Marke akzeptiert und als begehrenswert empfunden wird; ob wir uns neben den grossen Herstellern aber behaupten, wird nur die Zeit erzählen können. Falls damit große Absatzmengen gemeint sind, so ist es gar nicht unser Ziel, zu konkurrieren. Dabei geht es um Absatzstrategien und Kompromisse, und ich bin kein typischer Geschäftsmann, dafür hab ich zu viel Leidenschaft für das Instrument.

Adoro Drums Silverblack

JDW: Was macht die Adoro Drums so speziell?

SK:Gute Frage! Unsere Instrumente sind sicher nicht revolutionär. Es wäre vermessen, zu behaupten, dass wir die besten Schlagzeuge der Welt bauen, das würde uns ja auch nicht besonders machen, immerhin behaupten das ja schon all die anderen… in erster Linie muss ein Instrument zu mir sprechen. Wenn du ein Schlagzeug spielst und merkst, dass es dich beflügelt und zu dir spricht, dann funktioniert es.

Bei allen Drums lege ich sehr großen Wert auf die Einhaltung geringster Toleranzen, was sie sehr gut stimmbar macht und ihnen einen grossen Stimmumfang gibt. Ein gutes Schlagzeug ist die Summe guter Entscheidungen, und ich denke, es war eine gute Entscheidung, auf eigene Kessel zu setzen, denn mit der Möglichkeit, den Aufbau meiner Kessel zu beeinflussen, haben wir auch unseren eigenen Sound gefunden. Wir setzen auf Buche, welches ein hervorragendes Instrumentenholz ist; es wäre sicher populärer, Ahorn (Maple) oder Birke (Birch) zu benutzen, Ahorn ist ein gut geeignetes Holz in USA, heimisches Ahorn ist leider zu weich; in Asien ist Birke ein dem Ahorn nicht unähnliches Holz in Maserung und klanglichen Eigenschaften und günstig verfügbar. Beide Hölzer sind nur als Importware in guter Qualität zu bekommen; Buche hat ausserdem eine etwas höhere Dichte als Ahorn und Birke, was für den volumnösen Klang verantwortlich ist.

Es braucht etwas Mut, sich so radikal von den beiden vorherrschenden Hölzern abzuwenden, aber es gibt doch einige Drummer, die sich daran erinnern, dass einige fantastische Drumsets aus Buche gebaut wurden.

JDW: Welche Serien gibt es, und was sollte man jeweils über die einzelnen Adoro Drumset Serien wissen?

SK: Die Ur-Serie ist die Worship Series. Das sind die “leisen” Schlagzeuge – natürlich sind die nicht wirklich leise, aber sie sind so konzipiert, dass man sie sehr leise spielen kann, und sie dabei einen schönen, vollen Klang haben. Ein Musiker, der gewohnt ist, leise zu spielen, wird sich freuen, wie viel Reserve er mit dem Set bekommt. Ausserdem ist es auch lautstärkemäßig ausballanciert, standardmäßig ist z.B. eine 12” Snare dabei, sicher das Ungewöhnlichste am Set…

Die City Light Series ist eigentlich keine Serie, denn hier ist generell alles möglich. Tatsächlich entferne ich mich nicht sehr weit von dem Prinzip der Worship Serie; die Kessel sind etwas dicker und größer und das Set hat mehr Reserven. Wenn die Kunden es aber wünschen, realisieren wir auch kuriose Wünsche. Letztlich gibt es nicht das Ultimative Schlagzeug für alle, sondern für jeden Job muss ein Instrument andere Qualitäten mit bringen.

Die Adoro Kids sind unsere Kinderschlagzeuge, wobei Kinder hier ein sehr weit gefasster Begriff sind, denn auch einige Jazz-Drummer haben die umfunktionierten OEM-Sets für sich entdeckt als gut klingende, kompakte Alternative. Ich habe selber kleine Kinder, und weil es in dem Bereich Kinderschlagzeuge nicht wirklich etwas Ernstzunehmendes und Bezahlbares gab, fingen wir an, OEM Sets zu überarbeiten und zu erschwinglichen Preisen zu verkaufen.

CityLights

JDW: Kann man auch auf die Eigene Bedürfnisse ein komplettes Drumset von Euch herstellen lassen?

SK: Natürlich. Interessant ist: oft kommen die Drummer mit einer sehr expliziten Bauanleitung. Ich versuche dann, herauszufinden, was für einen Sound sie suchen, denn oft ist das Ergebnis nicht das, was man sucht. Unsere Kunden sind aber zumeist auch sehr erfahrene Musiker, die ein geschultes Ohr haben. Die Kunst liegt dann darin, herauszufinden, ob der Kunde sich der Konsequenzen bewusst ist… Wenn das geklärt ist, bauen wir’s…

Drum Kids Adoro for Jazzer

JDW: Zudem findet man die “Worship Serie” im Adoro Sortiment. Das Set ist ja gebaut um Situationen gerecht zu werden, wo es leiser zu und her gehen muss. Könnt Ihr mehr über diese Serie erzählen?

SK: Wenn es darum geht, Schlagzeuge leise zu machen, geht man oft den genau falschen Weg: Die Felle werden mit viel Gaffa und Taschentücher gedämpft, statt Kissen kommen ganze Bettdecken in die Bass Drum… tatsächlich wird dadurch das Schlagzeug hauptsächlich seiner Obertöne beraubt, der Klang wird sehr dumpf und unangenehm. Da das menschliche Ohr ein unangenehmes Geräusch automatisch als zu laut empfindet, ist dies sicher nicht die beste Strategie, ein Schlagzeug leiser zu machen. Da heute Schlagzeuge generell auf Lautstärke getrimmt sind, vermeiden wir zunächst mal alles, was laut macht. Die flachen und dünnen Kessel sprechen schnell an und geben einen schönen, definitiven Ton; dazu kommt uns zu gute, dass kleinere Trommeln nicht nur leiser sind (wenn man sie auf denselben Ton stimmt wie größere…), sondern auch fetter klingen. Nicht umsonst werden im Studio zumeist kleinere Kesselgrössen gespielt. Die Strategie für Schlagzeuge in akustisch schwierigen Situationen lautet für uns: Das Schlagzeg muss leise, aber dabei so gut klingend wie möglich sein. Denn wenn das Set gut klingt, darf man es gerne auch mal etwas lauter spielen, ohne dass es als zu laut empfunden wird.

JDW: Welche Ziele verfolgt ihr mit den Adoro Drums?

SK: Neben den eigenen Sets bauen wir ja schon heute Rohkesseln in eigener Manufaktur. Damit unterstützen wir viele Schlagzeugbauer, und ich würde mich sehr freuen, wenn wir mit dazu beitragen können, dass wir Schlagzeugbau im deutschsprachigen Bereich wieder zu einer relevanten Grösse verhelfen. In USA sind vier von zehn verkauften Schlagzeugen (Einsteigersets ausgenommen) Custom Schlagzeuge; hierzulande werden kleine Hersteller oft noch als Alternative gar nicht wahr genommen, dabei können diese meist bei gleichem Preis sehr viel mehr Leistung bieten.

Adoro Worship Serie

JDW: Liefert ihr auch schon ausserhalb von Deutschland Adoro Drumset?

SK: Ja, wir haben z.B. schon einige Sets nach Kanada verkauft, und die Nachfrage dort und in den USA ist sehr gross, wir bekommen sehr regelmässig Anfragen und sind dabei, einen Vertrieb für Kanada und USA aufzubauen. Für die Amis sind unsere Sets trotz der gesparten Mehrwertsteuer relativ teuer, nicht nur wegen der Transportkosten; Deutschland ist nun mal ein teurer Produktionsstandort. Dennoch haben wir dort schon den Ruf einer exquisiten Marke (made in germany funktioniert noch immer…), nicht zuletzt durch die internationalen Bands, die wir wie Brian Doerksen mit Schlagzeugen für ihre Deutschandkonzerte ausgestattet haben. Gerade sind wir dabei, für eine neuseeländische Band ein Schlagzeug zu fertigen; die Band hatte letztes Jahr eines unserer Sets für einen Videodreh genutzt…

JDW: Wo bekommt man die Möglichkeit ein Adoro Drumset anzuspielen?

SK:Wenn ihr bei euch in der Nähe Adoro Sets stehen haben wollt, fragt einfach euren lokalen Drumdealer danach, generell können wir über jeden Musikladen bezogen werden. Momentan sind wir in Verhandlung mit einigen Musikgeschäften, die unsere Instrumente mit in ihr Repertoire aufnehmen. Dort wird man dann wenigstens mal einige Snares oder auch ganze Sets anspielen können. Ansonsten haben wir ein Ladengeschäft in Hamburg, wo wir immer ein halbes Dutzend Sets und unzählige Snares zum Anspielen haben.

JDW: Wir danken Stefan Korth für dieses Interview und wünschen viel Erfolg mit den Adoro Custom Drums.

Adoro Snare Cocobolo Finish

Alle weiteren Informationen zu Adoro Drums findet man unter adoro-drums.de.

Testvideo von MusikMachen.de zur City Lights Serie

MusikMachen.de hat ein Adoro Custom Drums der Serie “City Lights Serie” mit Drummer Alex Vesper getestet. Anbei findet man das Video zum Test, welches mehr über die Adoro Drums verrät.


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