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S:U:M – f-l-o-w

CD Empfehlung 01. März 2009 - 00:00 UHR 2 Kommentare
„f-l-o-w“ nennt sich das Album der Gruppe S:U:M, welche die CD Empfehlung für den Monat März ist. jazzdrummerworld.com konnte auch ein Interview mit S:U:M führen. Wir sprachen mit S:U:M über die Entstehung des Albums „f-l-o-w“. Wie das ganze erarbeitet wurde und wie diese Formation entstanden ist.

S:U:M Pressebild

JDW: Wie ist diese Formation entstanden?

S:U:M: Eigentlich durch einen Zufall. Der Pianist Sigi und der Schlagzeuger Niels wurden zu einer Sessioneröffnung nach Kiel geordert, auf welcher Sigi spontan den Vorschlag äußerte, alle Stücke nicht einfach entsprechend der musikalischen Tradition zu spielen, sondern alles zu erlauben, was den einzelnen Musikern im jeweiligen musikalischen Moment einfallen würde. Das Ergebnis war für beide Musiker mehr als inspirierend. Alle Stücke verliefen mit extrem musikalischen Spannungsbögen und entwickelten sich in Richtungen, die man bei einer traditionellen Interpretation nie erreicht hätte. Auch erhöhte sich sofort der Spielspaß und die Anzahl der musikalischen Momente steigerte sich massiv, da man plötzlich Dinge mit einem Stück anstellen konnte, die vorher schlicht nicht erlaubt gewesen wären. Durch diese Erfahrung hatten sowohl Sigi als auch Niels Lust auf mehr bekommen und beschlossen, diese Art des Musizierens innerhalb einer festen Band fortzusetzten und auszubauen. Sigi holte den Bassisten Arnd Geise hinzu, da er ihn bereits aus vielen anderen Kontexten kannte und schätzte, dass auch dieser für ein solches Konzept zu begeistern wäre, was dann auch sofort der Fall war und die Band S:U:M war geboren.

JDW: Das neuste Album von Euch „f-l-o-w“ stellt die Improvisation in den Vordergrund. Wie seid ihr an diese Songs herangegangen und wie wurde das Album aufgenommen?

S:U:M: Zunächst haben wir uns zu einer ersten Probe getroffen, in der es hauptsächlich darum ging, Stücke zu finden, die sowohl harmonisch als auch von der musikalischen Form her geeignet waren, um sie mit unserem neuen musikalischen Konzept zu spielen. Die zweite Hauptaufgabe bestand darin, sich improvisatorisch so gut wie möglich auf seine Mitmusiker einzustellen, sprich die musikalische Persönlichkeit der anderen kennenzulernen, denn je besser man die anderen kennt, desto besser kann man mit ihnen kommunizieren. Es folgten weitere Proben und erste Gigs und unser Konzept und unsere Musik gewannen immer mehr an Kontur. Bei der CD-Aufnahme kam uns der Umstand entgegen, dass Sigi Besitzer eines eigenen Studios ist und mit seiner Firma mr.dee music seit Jahren Musik aufnimmt und produziert.

Wir haben uns dann zu zwei jeweils dreitägigen Aufnahmesessions zusammengefunden und von jedem Stück mehrere Takes aufgenommen, die entsprechend unseres Konzeptes vollkommen unterschiedlich ausfielen. Dabei spielten Sigi und Arnd im gleichen Raum ein und Niels saß mit seinem Schlagzeug in einer Kabine, um die Signale sauber trennen zu können. Alle konnten sich jedoch sehen und waren per Kopfhörer akustisch miteinander verbunden, um ein Höchstmaß an Kommunikation zu ermöglichen. Nach dem Einspielen ließen wir etwas Zeit ins Land gehen, um ein wenig Abstand zu den Aufnahmen zu gewinnen und entschieden uns dann gemeinsam für die besten Takes. Innerhalb der post production kam Sigi und Niels noch die Idee, die Spannungsbögen der Musik durch sparsam eingesetzte Sounds und Klangverfremdungen zu unterstützen und so der CD noch mehr Persönlichkeit zu verleihen.

JDW: Auf dem Album findet man drei Songs, jeweils mit dem Titel „Switch on the Coffee-Machine“, „Coffebreak Interlude I“ sowie „Coffebreak Interlude II“. Was hat es damit auf sich?

S:U:M: Der wohl kontinuierlichste und wichtigste Begleiter während der kompletten Aufnahmen war der Kaffeevollautomat in Sigis Studio. Jeder Aufnahmetag begann und endete mit dem Satz: „Ertsma n´Kaffee!“ Wir wollten mit diesen drei Tracks diesem wichtigsten Element der Studiotechnik ein Denkmal setzten. Darüber hinaus haben diese Tracks aber vor allem den Sinn, dem Zuhörer eine kleine akustische Verschnaufpause zu gönnen. So wie es für uns stets eine Phase der Regeneration darstellte, wenn wir uns gemeinsam um den Vollautomaten scharten und zusahen, wie der dampfende Kaffee in die Becher tropfte. Es erfordert viel Konzentration, die Spannungsbögen innerhalb eines solchen musikalischen Konzeptes zu spielen und ebenso viel Konzentration, das Gespielte als Zuhörer zu verfolgen. Wie in der Musik dieser Interludes soll die Konzentration und Kreativität auch des Zuhörers mit jedem akustischen Schluck erneut zu brodeln und zu fließen beginnen. ;)

JDW: Wie entstand eigentlich der Name „S:U:M“?

S:U:M: S:U:M steht für das englische Wort die Summe. Dieser Name erschien uns sehr passend, da wir keinen Bandleader haben, sondern jeder zu gleichen Teilen seine Ideen und Vorstellungen in die Band einfließen lässt. Wir nennen das eine „Triokratie“. Die Doppelpunkte zwischen den Buschstaben symbolisieren, das unsere musikalische Summe aus drei Einzelmusikern zusammengesetzt ist. Es handelt sich jedoch nicht um irgendwelche Abkürzungen, sondern es geht nur symbolisch darum, dass drei Einzelbuchstaben zusammengenommen ein Wort ergeben, so wie in diesem Fall drei Musikerpersönlichkeiten zusammen eine musikalische Summe ergeben.

JDW: Ihr schreibt auf Eurer MySpace Seite: „Die Band wurde von den seit Jahren befreundeten und in diversen Kontexten zusammen spielenden Musikern gegründet um an einer „Weiterentwicklung“ des Jazz, einer neuartigen musikalischen Kommunikation zu arbeiten? Wie ist diese Weiterentwicklung des Jazz gemeint bzw. wie kann man sich das vorstellen?

S:U:M: Die Weiterentwicklung bezieht sich auf den Anteil der Improvisation beim Spielen eines konkreten Stückes mit einer festgelegten harmonischen Struktur und äußeren Form. Der „normale“ Ablauf innerhalb eines klassischen Jazzstandards ist in den meisten Fällen ein Anfangsthema, mehrere Chorusse verschiedener Solisten über die Form und harmonische Struktur des Stückes und ein Schlussthema. Wir möchten uns bewusst aus dieser Vorgabe lösen, ohne uns jedoch vom eigentlichen Stück zu sehr zu entfernen. Wir behalten die harmonische Struktur, die äußere Form und auch das tonale und rhythmische Material des Themas, sprengen aber alles andere auf, bzw. gehen frei mit den Vorgaben um. Wir beginnen also ab dem ersten Ton des Stückes mit der Improvisation und wissen ab dem ersten Ton des Stückes nicht, wohin uns die musikalische Reise führen wird. Wichtig ist bei unserem Konzept auch, dass jedwede Veränderung der Stilistik erlaubt ist. Wir bleiben also nicht zwingend in der Stilistik, die das Stück vorgibt oder in der wir ein Stück begonnen haben, sondern alles kann jederzeit überall hingehen. Genau das macht auch den Reiz für uns Musiker aus. Jeder einzelne kann seinen kompletten musikalischen background bzw. seine komplette musikalische Persönlichkeit mit all Ihren Facetten in ein Stück einbringen, wenn er es nur schafft, seine Kollegen von der Qualität seines jeweiligen musikalischen Impulses im Moment des Spielens zu überzeugen.

JDW: Wo erlebt man Euch live?

S:U:M: Da unser Bassist Arnd Geise zurzeit mit Sarah Connor auf Tour ist, sind wir mit diversen Clubs erst für Termine ab Mitte April in Verhandlung. Ein erster potenzieller Gigtermin wird aber der 15.05.09 im Stellwerk in Harburg sein. Sowie weitere Gigtermine offiziell feststehen, werden diese natürlich sofort auf unser MySpace Seite veröffentlicht.

S:U:M Pressebild

S:U:M f-l-o-wS:U:M ein Jazztrio der besonderen Art. Innovativ, Mut zu neuem und Improvisations Kunst auf höchstem Niveau. Das bietet das neue Album des Trios, mit dem Namen „f-l-o-w“. Die Musiker Sigi Dresen – Piano/Rhodes, Arnd Geise – Bass sowie Niels-Henrik Heinsohn – Schlagzeug begeistern den Zuhörer. Das Trio zeigt, was geschieht wenn man sich auf diese Art von Kommunikation einlässt. Als Zuhörer wird man hier gefordert und doch kann man auch einfach die Musik wirken lassen. Die Spannung jedes dieser zwölf Songs ist förmlich zu spüren, wenn auch man als Zuhörer erst einmal eine Zeit braucht um die Musik zu verstehen, wenn man so etwas nicht gewöhnt ist. Was sehr heraussticht, ist eben diese hohe Kunst des Improvisieren. Das Ergebnis ist beeindruckend und hier hat man das beste Beispiel, was passiert, wenn Musiker einander zuhören und auf das reagieren, was jeder einzelne musikalisch weitergibt. Die Grenzen werden hier klar gesprengt, die Instrumente bekommen neue Rollen.

„Freiheit der musikalischen Kommunikation“, so lautet die Grundidee des Trios. Und mit diesem Album ist dies den Musikern gelungen. Hörbeispiele findet man unter allofjazz.com, dort kann man das Album auch kaufen.

Bewertung der Redaktion
★★★★★

2 Kommentare

  1. Markus Unger
    16. April 2009 um 01:39 - Kommentar zitierenReply to this comment
    1

    Also die Musi ist ja der absolute wahnsinn!!!!!

    Jetzt würd ich bloß gern wissen wo ich die CD herbekomme???

    Gruß

  2. 16. April 2009 um 07:31 - Kommentar zitierenReply to this comment
    2

    Hallo Markus

    Die CD kann man unter anderem hier kaufen: http://www.allofjazz.com/index.....8;Itemid=1

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